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Corona-Krise: Deutsche greifen häufiger zur Flasche

Ein Drittel der Erwachsenen geben steigenden Alkoholkonsum an

Corona-Krise: Deutsche greifen häufiger zur Flasche

SYMBOLBILD - 28.05.2016, Berlin: Eine junge Frau sitzt hinter leeren Bierflaschen. Die Corona-Pandemie erhöht Experten zufolge das Risiko für Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie das Zocken im Online-Casino. (zu dpa: «Suchthilfe zum Internationalen Ta
Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen
his cul wst bwe, dpa, Alexander Heinl

Alkoholkonsum hat in Corona-Krise zugenommen

„Homeoffice, ein hohes gefühltes Stressniveau und Zweifel daran, dass die Krise gut gemanagt wird“ sind laut einer neuen Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg Risikofaktoren, die zu einer Steigerung des Alkoholkonsums geführt haben. So das Ergebnis einer neuen Studie. Etwa ein Drittel der Erwachsenen gaben an, während der Corona-Krise vermehrt zur Flasche gegriffen zu haben.

Mehr als 3000 Studien-Teilnehmer

Das ZI in Mannheim ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg und startete eine anonyme Online-Umfrage mit mehr als 3000 Teilnehmern. 35,5 Prozent gaben an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor. Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Die Bundesregierung hatte bereits auf diese verwiesen.

Systemrelevante Arbeitnehmer steigerten Konsum nicht

Der Wechsel vom Büro ins heimische Arbeitszimmer, Stress und Zweifel sorgten laut Teilnehmern der Studie dafür, dass vermehrt in den letzten Wochen Alkohol getrunken wurde. „Die Corona-Krise ist für viele Menschen auch eine emotionale Krise: Sowohl gesundheitsbezogene als auch finanzielle Sorgen und Ängste sind für viele Menschen sehr präsent. Alkohol ist ein Mechanismus, eine kurzfristige Linderung dieser Sorgen zu erleben“, erklärte Anne Koopmann vom ZI in Mannheim der Deutschen Presse-Agentur. Menschen mit einem hohen Stress-Level und geringerem sozialen Status gaben demnach eher an, in der Krise mehr Alkohol zu trinken. Menschen in systemrelevanten Berufen, die weiter arbeiten konnten, tranken den Angaben zufolge dagegen eher weniger oder steigerten ihren Konsum nicht.

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Risiko für Abhängigkeiten steigt

Anne Koopmann betonte, dass das Mehr-Trinken über einen längeren Zeitraum das Risiko für eine Abhängigkeit signifikant erhöhe, aber nicht zwangsläufig dazu führen müsse. Jeder könne sein Trinkverhalten genau beobachten, dokumentieren und sich vielleicht einem Arzt oder einer Beratungsstelle anvertrauen. Die Politik müsse die Bevölkerung mit spezifischen Maßnahmen für die Problematik sensibilisieren.

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