Bundeswehr holt Patienten ab

Corona-Kranke aus Italien in Köln gelandet

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© AP, Kevin Schrief, PRO

28. März 2020 - 14:56 Uhr

Es ist ein Zeichen der Solidarität

Der Airbus der Bundeswehr mit den sechs Covid-19-Patienten aus Italien ist am Samstagnachmittag in Köln gelandet. Die Kranken würden in zivile Kliniken in Köln, Bonn und Bochum gebracht, sagt ein Sprecher der Luftwaffe. Während des Fluges wurden die Patienten von drei Ärzten und drei Pflegern des Sanitätsdienstes versorgt.

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Patienten wurden an Bord behandelt

Wegen der dramatischen Notlage in den norditalienischen Krankenhäusern hat die Luftwaffe die sechs Personen am Samstag mit dem Airbus A310 MedEvac aus Bergamo eingeflogen. "In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. "Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Weitere Corona-Kranke aus Italien und Frankreich erwartet

Die Bundeswehr war vom italienischen Zivilschutz um Amtshilfe gebeten worden, weil ihre eigenen Kapazitäten zur Verlegung der Patienten ins Ausland nicht ausreichten. Die italienische MedEvac-Maschine habe nur zwei Plätze für Patienten, die auf Beatmung angewiesen sind, sagte ein Parlamentarier, der an der Organisation der Hilfsaktion beteiligt war. In den vergangenen Tagen waren sechs Patienten mit drei Flügen von der italienischen Luftwaffe nach Sachsen gebracht worden. Nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) haben unter anderem auch Hamburg, Bayern, Berlin und Brandenburg Intensivplätze angeboten.

Die angesichts der hohen Infektionszahlen stark überlasteten Kliniken in Norditalien wählten für die Behandlung in Deutschland ausschließlich Patienten aus, die auf Beatmung angewiesen aber transportfähig seien, sagte Wendt. Einfacher sei die Übernahme von Patienten aus Frankreich, wo für den Transport Hubschrauber und Krankenwagen eingesetzt werden könnten.

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