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Corona-Konzert in Leipzig: Experiment mit Tim Bendzko und 4.000 Teilnehmern

Wie sieht die Zukunft deutscher Großveranstaltungen aus?

4.000 Teilnehmer erwartet: Wegweisendes Corona-Konzert-Experiment mit Tim Bendzko

ARCHIV - 30.11.2018, Hamburg: Tim Bendzko, Sänger, steht beim Tourauftakt von "Night of the Proms" in der Barclaycard Arena auf der Bühne. Wissenschaftler der Uniklinik Halle wollen mit einem Konzert-Experiment in Leipzig näher bestimmen, unter welch
Tim Bendzko soll bei dem Konzert spielen.
gwe sab tba, dpa, Georg Wendt

Konzert unter wissenschaftlicher Aufsicht

Am 22. August soll in Leipzig die erste Großveranstaltung seit Ausbruch der Corona-Pandemie stattfinden: Insgesamt 4.000 Zuschauer können unter wissenschaftlicher Aufsicht ein Konzert mit Tim Bendzko und ein Handballspiel des SC DHfK in der Quarterback Arena Leipzig erleben. Die Zuschauer sind Teil eines Experiments, welches es in der Form so noch nie gegeben hat, erklärt Studienleiter Dr. Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle.

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Noch Freiwillige gesucht - kurzfristige Anmeldung möglich

Bisher gibt es keine Messwerte und Daten, auf deren Grundlage in Deutschland entschieden werden kann, ab wie vielen Personen eine Großveranstaltung „gefährlich“ ist. Das will das Wissenschaftler-Team ändern und in drei Szenarien das Ansteckungsrisiko mit COVID-19 untersuchen.

Für das Experiment werden insgesamt 4.000 Teilnehmer gesucht. Noch fehlen Probanden. Die Anmeldefrist wurde jetzt ein weiteres Mal verlängert. Kurzentschlossene können sich bis 20. August bis 20 Uhr und auch noch am 21. August von 8 bis 16 Uhr in der Arena selbst anmelden. Vorher ist eine Registrierung auf restart19.de nötig. Die Teilnahme ist kostenlos. Essen und Getränke gibt es vor Ort – sowie ein Gratis-Konzert von Tim Bendzko. Das Experiment startet am 22. August morgens um 8 Uhr und geht je nach Wunsch bis 15 oder 18 Uhr.

Dr. Stefan Moritz, Leiter des Corona-Konzert-Experiments, überprüft die Arena in Leipzig
Dr. Stefan Moritz, Leiter des Corona-Konzert-Experiments, überprüft die Arena
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Kostenloser Corona-Test vor Teilnahme

Das Experiment teilt sich in drei Szenarien auf. Ziel ist es herauszubekommen, wie groß der Abstand untereinander sein muss, damit sich keiner ansteckt. Wie müssen Zuschauer räumlich aufgeteilt werden, damit Mindestabstände eingehalten werden können? Welche Oberflächen berühren die Zuschauer? Wie verteilt sich die Atemluft in einem so großen Raum?

Dafür werden die Probanden mit einer FFP2-Maske und fluoreszierendem Desinfektionsmittel ausgestattet. Weil das Mittel unter Schwarzlicht leuchtet, können die Wissenschaftler im Nachhinein nachvollziehen, was die Probanden berührt haben. Zudem muss jeder Teilnehmer im Vorfeld einen kostenlosen Corona-Test absolvieren.

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Auch Melanie Müller will zurück auf die Bühne

Ballermann-Star Melanie Müller wird auch in der Leipziger Arena sein. Allerdings wird sie im Zuschauerraum als Probandin sitzen. Damit auch sie bald wieder auf der Bühne stehen und singen kann, ist es für die Leipzigerin eine Selbstverständlichkeit, die Wissenschaftler bei ihrem Projekt zu unterstützen. Denn aktuell ist auch ihr Terminkalender wegen Corona leer.

Angst sich anzustecken hat sie nicht – sie vertraut dem Hygienekonzept der Wissenschaftler. So werden die Probanden nicht nur im Vorfeld getestet, sondern werden während der gesamten Veranstaltung FFP2-Masken tragen. Niemand müsse Angst haben, denn: „Das sind die Masken, die die Ärzte auch im OP bei der Behandlung von Corona-Patienten tragen“, so Studienleiter Moritz.

Drei Szenarien beim Konzert-Experiment

In Szenario 1 wird eine Veranstaltung mit 4.000 Besuchern und einem Veranstaltungsablauf wie vor Beginn der Pandemie simuliert, heißt es in einer Pressemitteilung. In Szenario 2 werden ebenfalls 4.000 Besucher in die Arena eingelassen, allerdings nach einem optimierten Hygienekonzept und mit deutlichen größeren Abständen zwischen den Teilnehmern. Im dritten Szenario wird auf den Zuschauertribünen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten. Hier sind nur noch knapp 2.000 Probanden beteiligt.

Ergebnisse im September

Das länderübergreifende Projekt wird von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert. Insgesamt kostet es 990.000 Euro. Ein Kernteam von 20 Wissenschaftlern um Dr. Moritz ist insgesamt drei Monate mit der Studie beschäftigt. Ende September rechnen die Wissenschaftler mit ersten Ergebnissen. Die Studie stößt unter Wissenschaftlern schon jetzt weltweit auf Interesse.

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