Auf Streife mit den Beamten in Leipzig

Corona-Kontrollen: So überprüft die Polizei die Kontaktverbote

24. März 2020 - 17:35 Uhr

In Sachsen gelten wegen des Coronavirus strengere Regeln

In ganz Deutschland gelten inzwischen strenge Regeln im Umgang mit anderen Menschen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sollen alle im Moment so viel wie möglich zuhause bleiben und Abstand zu ihren Mitmenschen halten. Sachsen geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort gilt seit gestern eine landesweite Ausgangsbeschränkung. Nur, wer einen triftigen Grund hat, darf das Haus verlassen. Aber wie wird sichergestellt, dass sich auch alle an die neuen Regeln halten? RTL durfte die Polizei Leipzig auf Streife begleiten. Was die Beamten dabei zu tun haben – in unserem Video.

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Laut Polizei sind die meisten Leute einsichtig

Nach 24 Stunden Ausgangsbeschränkung in Sachsen zog die Polizei ein überwiegend positives Fazit. Die Menschen hätten sich schnell an die neuen Regeln gewöhnt, erklärte der Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe. "Nur ein ganz kleiner Prozentsatz ist nicht einsichtig", so der Sprecher. Die Polizei Leipzig habe gerade einmal 17 Verstöße gegen die Allgemeinverfügung feststellen können.

In der Regel könnten die Beamten die meisten Situationen durch verbale Kommunikation lösen. Die große Mehrheit sei einsichtig, sagte Hoppe. Die Polizei erwischt meist spielende Jugendliche oder Menschen, die in Gruppen das schöne Wetter genießen wollen. Vereinzelt stoßen die Beamten bei ihren Kontrollen aber auch noch auf Gaststätten, die noch geöffnet sind, obwohl sie geschlossen sein müssten.

 Leere Straßen und Plätze in Leipzig
In Leipzig halten sich die meisten Menschen an die neuen Regeln und bleiben zuhause.
© imago images/PicturePoint, Roger Petzsche via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Polizei hat aufgestockt, um die Ausgangsbeschränkung besser kontrollieren zu können

Besonders nachmittags und am frühen Abend kontrolliert die Polizei besonders genau, ob sich alle an das Kontaktverbot halten. "Wir haben weitere Kräfte der Bereitschaftspolizei angefordert", erklärte Hoppe. Dadurch wären zu den wichtigsten Zeiten noch mehr Beamte im Einsatz. Auch für sie gelten ab sofort strengere Hygienevorschriften. Auch die Beamten bemühten sich während der Einsätze Abstand zu den Bürgern zu halten, um sich und andere zu schützen.

In Sachsen dürfen die Menschen ähnlich wie in Bayern nur noch bei triftigen Gründen das Haus verlassen. Der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Kindernotbetreuung sind beispielsweise solche Gründe. Auch Arzt- und Tierarztbesuche sind weiterhin erlaubt, genau wie Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie der Besuch des eigenen Kleingartens – allerdings nur alleine oder zusammen mit Personen aus dem eigenen Haushalt. Auch Besuche bei Lebenspartnern oder hilfsbedürftigen Menschen stehen nicht unter Verbot.