"Mit Wumms" aus der Corona-Krise?

Gigantischer Geldregen: Wer profitiert vom Konjunkturpaket der Regierung?

05. Juni 2020 - 16:40 Uhr

130 Milliarden für Verbraucher und Wirtschaft

Es waren Marathon-Verhandlungen über zwei Tage. Nach einem zähen Ringen haben sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD auf ein umfassendes Konjunkturprogramm geeinigt. Ein gigantischer Geldregen soll die deutsche Wirtschaft aus der Corona-Krise führen - "mit Wumms", wie es der Bundesfinanzminister am späten Mittwochabend beschrieb. Es ist das größte Konjunkturpaket in der Geschichte der Bundesrepublik.

Kostenpunkt: 130 Milliarden Euro. Wer profitiert jetzt von den Hilfen? Der Überblick.

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Unsere Reporterin Franca Lehfeldt hat am Morgen mit Annegret Kramp-Karrenbauer über das Konjunkturpaket gesprochen. Insbesondere die Beschlüsse für Familien waren da Thema. Das ganze Interview sehen Sie im Video.

​Mehrwertsteuersenkung: MwSt. wird bis Ende des Jahres gesenkt

Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 soll die Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden. Davon profitieren unterm Strich alle Menschen in Deutschland, da auf alle Waren und Dienstleistungen Mehrwertsteuer erhoben wird – angefangen von der Milch im Supermarkt bis hin zu Luxusgütern.

Was die Mehrwertsteuersenkung am Ende im Geldbeutel einer Familie bedeuten kann – das haben wir hier für Sie berechnet.

Im RTL/ntv-Frühstart hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans betont, dass die Senkung nach 2020 nicht verlängert wird.

Kinderbonus für Familien

  • Jede Familie soll einmalig 300 Euro pro Kind bekommen.
  • Der Bonus wird mit dem Kinderfreibetrag bei der Steuererklärung verrechnet. Hartz-IV-Bezieher bekommen ihn zusätzlich zur Sozialhilfe ohne Abzüge.
  • Für Alleinerziehende gibt es für 2020 und 2021 eine zusätzliche Steuerentlastung.
  • Zudem sollen die Kitas weiter ausgebaut werden.

Stromkosten sollen sinken

Die Bürger sollen bei den Stromkosten entlastet werden, dafür soll die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom-Anlagen ab 2021 über Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt abgesenkt werden.

Kaufprämie für E-Autos

  • Bis zu 6.000 Euro für den Kauf von Elektroautos: Die Förderung des Bundes für die bestehende "Umweltprämie" soll befristet bis Ende 2021 für E-Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro von 3.000 auf 6.000 Euro steigen.
  • Dazu kommt eine Förderung der Hersteller.
  • Zusätzlich sollen 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Ladenetzes für E-Autos fließen sowie für die Förderung von Forschung und Entwicklung etwa bei der Batteriezellfertigung.
  • Für Zukunftsinvestitionen der Hersteller und der Zulieferindustrie soll für die Jahre 2020 und 2021 ein "Bonus-Programm" in Höhe von zwei Milliarden Euro aufgelegt werden.

Bahn und Nahverkehr:

Die Deutsche Bahn bekommt wegen Einnahmeausfällen in der Corona-Krise milliardenschwere Finanzhilfen. Der Bund will dem bundeseigenen Konzern weiteres Eigenkapital in Höhe von fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Geplant sind außerdem Hilfen von 2,5 Milliarden Euro für den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV).

Kommunen

Den Kommunen drohen hohe Steuerausfälle, weil vor allem die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle einbricht. Ausfälle bei den Gewerbesteuereinnahmen sollen nun von Bund und Ländern zusammen ausgeglichen werden. Der Bund will knapp sechs Milliarden Euro übernehmen.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Infolge der Corona-Krise steigen die Ausgaben in allen Sozialversicherungen. Um eine Steigerung der Lohnnebenkosten zu verhindern, plant die Koalition eine "Sozialgarantie 2021".

Die Sozialversicherungsbeiträge sollen bei maximal 40 Prozent stabilisiert werden, durch milliardenschwere Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Dies soll die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer schützen und Arbeitgebern Verlässlichkeit bringen.

Firmen

  • Besonders belastete Branchen und Betriebe bekommen eine zusätzliche Unterstützung in Milliardenhöhe. Geplant sind "Überbrückungshilfen" im Umfang von maximal 25 Milliarden Euro. Ziel: Eine Pleitewelle bei kleinen und mittelständischen Unternehmen zu verhindern, deren Umsätze weggebrochen sind. Die Überbrückungshilfe soll für die Monate Juni bis August gewährt werden.
  • Sie soll gelten für Branchen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe, Clubs und Bars, Reisebüros, Schausteller, aber auch Profisportvereine der unteren Ligen.
  • Erstattet werden sollen fixe Betriebskosten bis zu einem Betrag von 150.000 Euro für drei Monate.
  • Geplant ist auch ein Programm zur Milderung der Corona-Auswirkungen im Kulturbereich, und zwar in Höhe von einer Milliarde Euro.
  • Geplant sind daneben steuerliche Entlastungen für Firmen.

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