Test-Ergebnisse nach 2-3 Tagen

Corona-Kits für Zuhause - Berliner Charité will's möglich machen

Covid-19-Infektion bedeutet wohl nicht automatisch Immunität
© dpa, Oliver Berg, neb gfh

28. Juli 2020 - 14:17 Uhr

Schnelle Gewissheit gefragt

Das Kind hustet, die Nase trieft – für Eltern bisher vor allem im Herbst ein alltägliches Bild. Doch in diesem Jahr wird sich da bei vielen die Angst um eine potenzielle Corona-Infektion hineinmischen. Um den Betroffenen unter die Arme zu greifen und Corona-Tests im Allgemeinen zu vereinfachen, will die Charité deshalb einen Abstrich zum Selbermachen anbieten.

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Unkompliziertere Testverfahren benötigt

06.07.2020, Israel, Tel Aviv: Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt bei einem Kind eine Probe für einen Covid-19-Test. Das israelische Gesundheitsministerium meldete am 06. Juli 791 neue Corona-Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Infektionen auf 30
Kinder finden den tiefen Nase-Rachen-Abstrich besonders unangenehm
© dpa, JINI, nwi

"Wir arbeiten an der Überprüfung eines Zungen-Wangen-Nasenvorhof-Abstrichs, den Erwachsene bei sich selbst anwenden können oder Eltern bei ihren Kindern", sagte der Kommissarische Direktor des Charité-Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, Frank Mockenhaupt.

Dafür müsse man mit dem Tupfer nicht so tief in die Nase und Rachen gehen wie beim bisher gängigen Abstrich. Gerade bei Kindern ist der nämlich problematisch – klar, wer lässt sich schon gerne mit einem Stäbchen in der Nase rumbohren? "Diese Art von Abstrich ist der Goldstandard, aber er ist auch ziemlich personal- und ressourcenintensiv."

Deshalb arbeitet die Charite an einer praktischeren Alternative – Kits für Zuhause, die an Testwillige verschickt werden können. "Es muss sich aber erst noch zeigen, ob damit zuverlässige Ergebnisse erreicht werden", sagte Mockenhaupt. Die Probe müsste zur Auswertung ins Labor geschickt werden, das Ergebnis könnte online oder per Telefon abgefragt werden. "Das Ganze dauert 2-3 Tage, wenn alles gut läuft", so Mockenhaupt.

Für den Herbst sei zu erwarten, dass vor allem jüngere Kinder häufig schniefen und husten werden, so Mockenhaupt. Muss ja nicht gleich Corona sein, aber vor allem Eltern wird das nervös machen. In solchen Fällen im Graubereich sei schnelle Gewissheit gefragt - und das Testkit vielleicht eine Option.

(Quelle: dpa)