Umstrittene Thesen von der Epidemiologin Spelsberg

Ex-Frau von Karl Lauterbach ist sicher: "Corona ist keine große Gefahr für uns"

07. September 2020 - 12:29 Uhr

Spelsberg fordert: Sofort zurück zum Alltag

"Wir brauchen ein Abbrechen der Maßnahmen und müssen zum Alltag, zur Normalität zurückkehren," sagt die Ärztin und Epidemiologin, Angela Spelsberg, Ex-Frau von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Wie der Politiker darauf reagiert, lesen Sie hier. Das Coronavirus in Deutschland sei wie eine ganz normale Grippe verlaufen, erklärt sie im RTL-Interview. Wie sie ihre umstrittene These ausführlich begründet, sehen Sie im Video.

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Spelsberg: "Wir befinden uns nicht mehr in der Pandemie“

Schon seit Ende Dezember kursiere das Coronavirus bei uns, davon ist die Ärztin Angela Spelsberg überzeugt. Aus diesem Grund hätten wir auch schon in dieser Zeit unwissend eine "Immunantwort" auf das Virus gebildet. "Insgesamt ist der Anteil der an Corona Verstorbenen von allen Verstorbenen in Deutschland nur 1%. Und das ist sehr ermutigend. Das bedeutet, dass dieses Coronavirus für uns, für unsere deutsche Bevölkerung keine große Gefahr dargestellt hat", erklärt Spelsberg, die Epidemiologie studiert hat.

In Deutschland sei unser Gesundheitssystem gut auf die Pandemie vorbereitet gewesen, es müsse weiter daran festgehalten werden, so viele Kapazitäten bereitzustellen. Sie ist außerdem der Meinung, dass nicht der Lockdown dazu geführt habe, dass die Infektionsausbreitung eingebremst wurde. "Unser Immunsystem hat das vermocht. Das hat eine Zeit gedauert. Zuerst haben wir Fälle gehabt, auch Todesfälle. Aber seit Mai haben wir keine neuen Todesfälle mehr und keine steigenden Krankheitsfälle mehr", erklärt Angela Spelsberg.

Stimmt das wirklich? Nein, leider nicht. Die Infektionszahlen sind in Deutschland zuletzt wieder gestiegen und auch Todesfälle, die bei uns zwar im weltweiten Vergleich auf einem niedrigen Niveau sind, hat es seit Mai noch gegeben. Zum Vergleich: Ende Mai lag die Zahl der im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen bei 8.525. Inzwischen liegt die Zahl bei 9.320. (Stand 4. September) Aktuelle Zahlen zu Corona-Infektionen, Todesfällen und Genesenen in Deutschland können Sie hier nachlesen.

Laut Spelsberg: Veranstaltungen seien ab sofort möglich

Veranstaltungen im Freien, im Fußballstadion oder auch den Zugang zu Schulen könnte man laut Spelsberg wieder so stattfinden lassen, wie vor der Pandemie. Die Epidemiologin versteht auch die aktuelle Vorgehensweise der Politik nicht: "Warum wollen sie 300 zulassen und nicht 1.000? Warum wollen sie 1.000 zulassen und nicht 10.000?"

Jeder selbst sollte darauf achten, nicht mit Corona-Symptomen zu einer Veranstaltung zu gehen, erklärt Spelsberg: "Man muss den Fußballfans sagen: Wenn ihr krank seid, wenn ihr Husten habt, dann bleibt bitte zu Hause. Das kann man doch kommunizieren. Aber alle anderen können doch gehen. Das ist doch immer so gewesen. Bei einer Grippesaison sind wir nachher alle wieder ins Stadion gegangen, wenn die Grippe vorbei war."

Stillstand von Neuinfektionen

Die Epidemiologin ist der Auffassung, dass wir aktuell einen Stillstand der Neuinfektionen erreicht haben. Seit Ende Mai gebe es keine schwerwiegenden Fälle mehr in Deutschland. Wir könnten somit davon ausgehen: "Dass ist letztlich ein streng saisonaler Verlauf, wie wir ihn auch bei der normalen Grippesaison kennen", fasst Spelsberg zusammen.

Maskenpflicht in Deutschland kann abgeschafft werden

Spelsberg ist davon überzeugt, dass die Maskenpflicht in Deutschland abgeschafft werden könnte. Dafür müsste laut der Epidemiologin, das Robert-Koch-Institut (RKI) stichprobenartig die Bevölkerung testen lassen. Daraufhin würde das RKI dann feststellen, dass die Coronawelle schon lange vorbei ist, so die These der Epidemiologin. In vielen Ländern, wie Holland, Österreich, Schweden, Finnland, Dänemark und in der Schweiz ist keine Maskenpflicht in Supermärkten, erzählt sie uns im Interview. 

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