Egal ob milder oder schwerer Verlauf

Hirnschäden aufgrund von Corona möglich

Welche Langzeitfolgen eine Corona-Erkrankung mit sich zieht, wird gerade erforscht.
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10. Juli 2020 - 12:18 Uhr

Ärzte des Londoner University College forschen

Ein Ärzteteam aus London erforscht gerade, welche Langzeitfolgen eine Corona-Erkrankung für die betroffenen Patienten hat. So sagt die Studie, dass die Lungenkrankheit Schlaganfälle und Nervenschäden verursachen kann. Auch Fieberwahn ist möglich. Der Verlauf der Erkrankung sei dabei nicht ausschlaggebend.

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43 Patienten an Studie teilgenommen

An der Studie beteiligten sich 43 Patienten, bei denen entweder Covid-19 nachgewiesen oder vermutet wurde. Das Team aus Ärzten stellte in zehn Fällen eine vorübergehende Hirnfunktionsstörung fest, in zwölf Fällen eine Hirnentzündung, in acht Fällen Schlaganfälle und in weiteren acht Fällen Nervenschäden. "Wir konnten mehr Patienten mit neurologischen Schäden wie Entzündungen im Gehirn identifizieren als gedacht", sagte der Forscher Michael Zandi vom University College London. Dabei konnten die Forscher keine Zusammenhänge mit den jeweiligen Krankheitsverläufen herstellen. Auch milde Verläufe können demnach Hirnschäden verursachen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift "Brain" veröffentlicht.

Neurologische Schäden möglich

Welche Langzeitschäden Corona wirklich verursachen kann, ist wegen der kurzen Bekanntheit des Virus noch unklar. Die Untersuchungen deuten aber daraufhin, das Hirnschäden bei Covid-19-Patienten häufiger vorkommen könnten als bisher gedacht. Daher rät Forscher Ross Paterson: "Ärzte müssen sich über mögliche neurologische Schäden bewusst sein, da eine frühzeitige Diagnose den Krankheitsverlauf verbessern kann".