Repräsentative Umfrage

Jeder zweite Deutsche würde sich gegen Corona impfen lassen

Impfen
© dpa, Christoph Soeder, christoph soeder jat wst

01. Juni 2020 - 17:41 Uhr

Keine Einigkeit bei Maskenpflicht

Nur jeder zweite Deutsche würde sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. wie aus einer repräsentativen Online-Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa hervorgeht. Auch bei der Maskenpflicht herrscht keine Einigkeit: Rund ein Drittel der Befragten wollen sie abschaffen oder zumindest lockern.

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44 Prozent der Befragten für Impfpflicht

Für die Erhebung wurden insgesamt 2056 Personen befragt. Jeder Vierte von ihnen gab an, sich vielleicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, während jeder Fünfte dies komplett ablehnte. Männer würden sich darüber hinaus eher impfen lassen als Frauen. In der Frage nach einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sind die Deutschen gespalten: Während 44 Prozent der Befragten dafür plädierten, sind 40 Prozent dagegen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar. Erste zugelassene Impfstoffe dürften nach Einschätzung der meisten Experten frühestens im kommendem Jahr für den Masseneinsatz bereitstehen. Im Rahmen großer klinischer Studien könnten schon zuvor Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen erfolgen. Möglich ist allerdings auch, dass noch Jahre vergehen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, der guten Schutz bietet.

In der Corona-Krise kursieren Spekulationen über eine mögliche Impfpflicht. Die Bundesregierung hat indes wiederholt betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen werde.

Impfpflicht oder nicht? Das sagt das Gesetz

Das Infektionsschutzgesetz setzt einer verpflichtenden Impfung enge rechtliche Grenzen: Eine solche Pflicht kann von der Bundesregierung nicht ohne weiteres angeordnet, sondern nur "mit Zustimmung des Bundesrates", also von Bund und Ländern gemeinsam beschlossen werden - "für bedrohte Teile der Bevölkerung", wie es in Paragraf 20, Absatz 6 heißt. Verpflichtende Impfungen sind aber nur in besonderen Fällen zu rechtfertigen, denn sie könnten gegen Artikel 2 des Grundgesetzes verstoßen: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit", heißt es dort. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland seit März zum Schutz vor den hoch ansteckenden Masern, unter anderem für Kinder und Personal in Kitas und Schulen.

Knapp die Hälfte für Maskenpflicht

Ein Drittel der Deutschen will die Maskenpflicht in der Corona-Krise abschaffen oder zumindest lockern: 19 Prozent der Teilnehmer plädierten für eine Abschaffung, weitere 14 Prozent der 2056 Befragten sind für eine Lockerung. Eine klare Mehrheit der Befragten sprach sich indes für die Maskenpflicht aus: So sagten 49 Prozent, die Vorgabe solle in der jetzigen Form beibehalten werden. 13 Prozent sind sogar für eine Ausweitung auf weitere Bereiche. In Ostdeutschland plädierten mehr Menschen für eine Lockerung oder Abschaffung als in Westdeutschland.

Vier von fünf Deutschen (81 Prozent) halten sich nach eigenen Angaben der Umfrage zufolge außerdem immer an die Maskenpflicht, weitere 13 Prozent nur teilweise. Nur zwei Prozent gaben an, das gar nicht zu tun. Ältere hielten sich demnach eher an die Regeln als Jüngere.


Quelle: DPA/RTL.de

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