Irre Virus-Strategie: Zum Test mit dem vollen Bus

Sachsen will Schüler und Lehrer mit dem Bus zum Coronatest schicken

Sachsen will alle Abschlussklassen auf das Coronavirus testen, bevor sie am Montag wieder in die Schule kommen. (Symbolfoto)
© dpa, Sina Schuldt, ssd lop

14. Januar 2021 - 8:48 Uhr

Abschlussklassen: Weite Wege zu den Teststationen in Sachsen

Um sich bestmöglich auf Abitur und Abschlussprüfungen vorbereiten zu können, will Sachsen seine Schulen ab Montag für die betroffenen Schüler:innen wieder öffnen. Damit es trotzdem nicht zu Corona-Hotspots kommt, stellt das Bundesland kostenlose Coronatests für Lehrer:innen und Schüler:innen zur Verfügung. Das Problem: Gestestet wird nur in ausgewählten Schulen und zu den Teststationen sollen die Beteiligten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

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Heftige Kritik an Konzept - Infektionsrisiko im ÖPNV

Gute Idee, ausbaufähige Umsetzung. So zumindest bewerten einige Twitter-User das Vorhaben des sächsischen Bildungsministeriums."Hoffentlich machen die Eltern den Schwachsinn nicht mit", schreibt beispielsweise ein User.

Das Problem: Einerseits fordert die Landesregierung die sächsische Bevölkerung auf öffentliche Verkehrsmittel zu meiden. Andererseits sollen Tausende Schüler:innen sich der zusätzlichen Gefahr aussetzen. "Ich finde diese Aktion prinzipiell sehr gut. [Aber] das widerspricht klar der Vorgabe, ÖPNV zu entlasten und Abstand zu halten. Das Infektionsrisiko auf der Hinfahrt ist klar gegeben und erhöht", kommentiert ein Elternvertreter.

Sachsens Bildungsministerium beschwichtigt

Eine Sprecherin des sächsischen Bildungsministeriums versucht gegenüber dem Spiegel zu beschwichtigen: "In den Städten fahren die Schülerinnen und Schüler mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Testschulen und auf dem Land wird es extra Busse geben." Außerdem gäbe es einen genauen Ablaufplan, so dass jeder Schule eine Teststation zugewiesen sei.

Trotzdem müssen rund 50.000 Beteiligte quer durch das Bundesland reisen, in Zeiten, in denen anderorts von Homeoffice für alle gesprochen wird. Das sächsische Landesamtes für Bildung und Schule sagt dazu, in der Größenordnung sei es einfach nicht anders zu lösen gewesen.

Immerhin müssen Eltern und Lehrern nicht selbst für die Reisekosten aufkommen. "Für den Fall, dass ein Sonderbus zur Beförderung der Schülerinnen und Schüler an die Schule, an der die Tests durchgeführt werden, erforderlich ist, entstehen für die Eltern oder volljährigen Schülerinnen und Schüler keine zusätzlichen Kosten. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei von Lehrerinnen und Lehrern begleitet", schreibt das Bildungsministerium in Dresden auf seiner Website.