Konflikt nach Masseninfektion in Kasseler Flüchtlingsheim

Corona-infizierte Bewohner sollen Sicherheitskräfte bespuckt und geschlagen haben

Coronavirus - Kassel
© dpa, Swen Pförtner, spf alf

20. Oktober 2020 - 8:39 Uhr

Handfester Streit zwischen Bewohnern und Sicherheitskräften

Nach der Masseninfektion in einer Flüchtlings-Ernstaufnahme in Kassel, die die Stadt über Nacht in die höchste Corona-Warnstufe des Landes katapultierte, kam es zu Konflikten zwischen Bewohnern und Sicherheitskräften. So sollen laut Polizei vier coronainfizierte Bewohner im Alter von 13, 16, 22 und 44 Jahren Sicherheitsmitarbeiter bespuckt und geschlagen haben. Außerdem werde einem Sicherheitsmitarbeiter vorgeworfen, eine Bewohnerin leicht verletzt zu haben. Es lägen Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung vor, sagte eine Sprecherin am Montag.

Bewohner kein Verständnis für Quarantäne

Die Einrichtung stand schon länger unter Quarantäne. Deswegen hatte es am Freitag Konflikte gegeben. Bewohner und Sicherheitsdienst der Einrichtung gerieten aneinander. Laut dem Regierungspräsidium hatten Flüchtlinge kein Verständnis für die Quarantäne, weil sie symptomlos waren. Die Hessische-Niedersächsische Allgemeine berichtet von einem  Video, das der Zeitung vorläge und den Streit zwischen Bewohnern und Sicherheitsmitarbeiter zeige.

Testergebnisse sollen bis Donnerstag vorliegen

Inzwischen sind die Bewohner in zwei Ausweichstandorten auf den Erreger getestet worden. Bei Bewohnern, die aufgrund ihrer Familienbindung in der betroffenen Erstaufnahme-Einrichtung in Kassel-Niederzwehren geblieben waren und die bereits ein negatives Testergebnis hatten, sollen am Mittwoch weitere Tests folgen, wie das Regierungspräsidium Gießen mitteilte. Voraussichtlich an diesem Donnerstagabend (22. Oktober) dürften alle Testergebnisse vorliegen.

Quelle: DPA/ RTL.de

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