Es trifft nicht nur alte und kranke Menschen

Italien: Corona-Patient (33) musste Tag und Nacht beatmet werden

01. April 2020 - 8:55 Uhr

Corona-Patient erklärt, wie sich Covid-19 anfühlt

Das Coronavirus sei nur für alte und kranke Menschen gefährlich – das dachte auch Andra Napoli zuerst. Der 33-Jähige Italiener ist gesund, sportlich, raucht nicht, darum machte er sich um sich selbst keine Sorgen, als sich die Lungenkrankheit immer weiter verbreitete. Doch dann landete auch er plötzlich auf der Intensivstation. Im Video erzählt er, was er dort erlebt hat und wie sich die Krankheit anfühlt.

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Andrea Napoli kam mit Atemnot auf die Intensivstation

Auch Andrea Napoli bekam plötzlich Fieber und Husten. Mit akuter Atemnot kam er ins Krankenhaus – die Diagnose: Covid-19. Normalerweise sind es vor allem ältere oder vorerkrankte Menschen, bei denen die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt. Doch auch junge Menschen kann es treffen, wie der 33-Jährige am eigenen Leib spüren musste. Darum möchte er nun andere warnen, die Krankheit nicht einfach auf die leichte Schulter zu nehmen.

Fast neun Tage musste der Italiener fast ununterbrochen mit Sauerstoff versorgt werden. "Ich lag  auf der Intensivstation mit einem Beatmungsgerät", erzählt er. "Ich hatte es immer an. Tag und Nacht." Inzwischen geht es ihm deutlich besser, aber er hat noch immer Schmerzen beim atmen und ist ständig müde.

Um ihn herum starben andere Patienten an dem Virus

Doch nicht alle haben so viel Glück wie Andrea Napoli. 11.591 Menschen sind laut den Zahlen der John Hopkins Universität bisher in Italien an Covid-19 gestorben (Stand 30. März, 20 Uhr). Das liegt auch daran, dass in den besonders betroffenen Regionen die Krankenhäuser völlig überlastet sind und gar nicht alle Patienten mit Beatmungsgeräten versorgt werden können.

Auch Andrea Napoli bekam mit, dass um ihn herum Menschen starben, während er ebenfalls um sein Leben kämpfte. "Neben mir starb in der ersten Nacht ein alter Mann. Er lag auf einmal still da und hat sich nicht mehr gerührt", erzählt der Corona-Patient. Es sei auch schwer zu ertragen gewesen, zu sehen, wie erschöpft die Ärzte waren, die den Ansturm an Patienten versorgen mussten. Andrea Napoli konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen, muss jetzt sicherheitshalber aber noch zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Erst dann kann er wieder einen Spaziergang unternehmen.

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© dpa, Mauro Scrobogna, ms

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