Den Ausbrüchen auf der Spur

Wie diese 5 deutschen Städte zu den Corona-Hotspots wurden

Hamm ist momentan DER Corona-Hotspot. Aber wie ist es hier zu so vielen Neuinfektionen gekommen?
© picture alliance, Guido Kirchner

26. September 2020 - 13:57 Uhr

So haben Hamm & Co. es in die zweifelhafte Top 5 geschafft

Das Infektionsgeschehen in Deutschland scheint sich momentan wieder zu beschleunigen. Einige Städte und Landkreise sind besonders stark betroffen. Aber wie genau wurden die fünf größten Hotspots zu solchen Corona-Herden? Bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Reiserückkehrer, Enge am Arbeitsplatz und Großveranstaltungen begünstigen die Virus-Ausbrüche.

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Über und kurz vor der Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich in Deutschland laut einer Zählung von ntv.de mehr als 270.000 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Im Sieben-Tage-Trend bewegen sich die durchschnittlichen Tageszuwächse an Neuinfektionen seit Mitte August über der 1000er-Marke. Aktuell liegen die Stadt Hamm und der Kreis Dingolfing-Landau über der Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Andere Städte wie München und Würzburg liegen knapp darunter. Doch was führte dazu, dass sich das Virus gerade an diesen Orten so rasant verbreitete?

So wurde Hamm zum Hotspot

Als Auslöser der Corona-Welle in Hamm gelten eine Großhochzeit und damit verbundene weitere Feste, die Anfang September in Hamm und Dortmund und eine Woche später in Werl stattgefunden hatten. Die Behörden haben mittlerweile knapp 330 Menschen aus Hamm ausfindig gemacht, die an den Feierlichkeiten teilgenommen hatten. Für die Feier wurde zuvor keine Genehmigung eingeholt, obwohl dies bei der Zahl der Teilnehmer nötig gewesen wäre.

So wurde Remscheid zum Hotspot

Anders als in Hamm sind die Ausbrüche in Remscheid nicht in erster Linie auf Familienfeiern zurückzuführen, sondern insbesondere durch "reiserückkehrende Familienverbünde mit Kindern im Kita-und Schulalter" verursacht, wie es nach einer Krisenstabssitzung der Stadt hieß. Die Kinder hätten die Infektionen in die Betreuungs- und Bildungseinrichtungen hinein getragen. Viele Schüler*innen und Lehrkräfte wurden hier bereits in häusliche Quarantäne geschickt.

So wurde München zum Hotspot

Die aktuellen hohen Corona-Zahlen in der bayerischen Landeshauptstadt sind nach den Worten von Ministerpräsident Markus Söder nach wie vor auf "sehr viele" Urlaubsrückkehrer zurückzuführen. Der CSU-Politiker sprach am Dienstag nach einer Kabinettssitzung zudem von einer übermäßigen Unachtsamkeit bei vielen Menschen. "Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst", mahnte Söder.

In München wurden daher wieder strengere Corona-Maßnahmen eingeführt.

So wurde Würzburg zum Hotspot

Schon zu Beginn der Pandemie litt Würzburg besonders stark unter dem Coronavirus. Es gab zahlreiche Infektionen in Altenheimen, die oft einen schweren Verlauf nahmen. In den vergangenen Tagen stiegen die Zahlen in der bayerischen Stadt wieder deutlich an. Derzeit wird vor allem bei Reiserückkehrern eine Infektion festgestellt. Auch in Würzburg wurden die Corona-Maßnahmen nun wieder verschärft.

So wurde der Landkreis Cloppenburg zum Hotspot

Der Anstieg im Landkreis Cloppenburg geht vor allem auf Ausbrüche in der Stadt Löningen zurück. Dort war vor zwei Wochen fast eine komplette Fußballmannschaft samt Trainer positiv getestet worden. Nach Angaben der Behörden gab es auch Fälle in einem Altenheim und in Schulen.

Quellen: n-tv, dpa, RTL.de