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Corona-Impfung: Termine für alle? Merkel will Reihenfolge ab Juni aufheben

Merkel-PK nach Impfgipfel

Impfpriorisierung soll im Juni fallen

Bundesländer könnten auch früher alle impfen

Spätestens ab Juni soll es keine Impfpriorisierung mehr geben. Das verkündete heute Kanzlerin Merkel auf einer Pressekonferenz nach dem Impfgipfel mit den Ministerpräsidenten. Je nach Stand der Impfstoff-Lieferungen könne jedes Bundesland aber auch schon früher die Reihenfolge aufheben.

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Merkel: Ab Juni kann sich jeder um einen Impftermin bemühen

80 Millionen Impfdosen, damit soll in den kommenden Monaten der nächste Schritt in der Impfkampagne gemacht werden. 50 Millionen davon kämen von Biontech/Pfizer, so die Kanzlerin und konnte sich einen Seitenhieb auf die anderen Hersteller nicht verkneifen. „Biontech/Pfizer zeichnet sich dadurch aus, dass hier wirklich sehr zuverlässig geliefert wird.

Insbesondere der Hersteller AstraZeneca war in den vergangenen Monaten dadurch aufgefallen, dass er Lieferzusagen an die EU nicht einhalten konnte. Die EU-Kommission hatte deshalb heute auch Klage gegen den Konzern in Belgien eingereicht.

Besonders den jüngeren Deutschen, die noch nicht geimpft sind, könnten die Lieferungen jetzt zugute kommen. Denn die Bundesregierung rechnet damit, dass spätestens im Juni die festgelegte Impfreihenfolge in ganz Deutschland fallen könnte. Das hänge aber immer von den tatsächlich gelieferten Impfstoffmengen ab. „Das heißt nicht, dass jeder sofort geimpft werden kann, aber es kann sich jeder um einen Impftermin bemühen.“

Söder: "MPK der Hoffnung"

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war nach der Bund-Länder-Runde sehr guter Laune und bezeichnete das Treffen als eine „MPK der Hoffnung“. „Wir werden Corona überwinden. Und wir werden in den nächsten Monaten riesige Schritte nach vorne machen.“ Gleichzeitig warnte er aber auch davor, dass sich das Infektionsgeschehen gemessen an den Altersgruppen der Infizierten komplett gewandelt habe. Es müsse jetzt darum gehen vor allem gegen Mortalität und für Mobilität zu impfen, so Söder nach der Bund-Länder-Runde.

Auch die Kanzlerin mahnte, dass es in der Gegenwart noch viele Problem gebe. „Die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens ist noch nicht gebannt. Deshalb sind jetzt noch Wochen der Anstrengung notwendig.“

Dennoch machte sie auch vorsichtige Hoffung auf mehr Freiheiten für Geimpfte. So könnten beispielsweise für bestimmte Gruppen die notwendigen negativen Coronatest etwa bei Einkäufen oder Dienstleistungen wegfallen.

22.04.2021, Thüringen, Erfurt: Susanne Hennig-Wellsow (Linke), Bundesvorsitzende ihrer Partei, aufgenommen am Rande einer Landtagssitzung in Thüringen. (zu dpa "Henning-Wellsow will für Linke Bundestags-Direktmandat holen") Foto: Michael Reichel/dpa-
Die Co-Parteichefin der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, sieht den Wegfall der Impfprio kritisch.
mic pil, dpa, Michael Reichel
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Linke gegen Aufhebung der Impfreihenfolge

Hoffnung, die Teile der Opposition im Bundestag nicht teilen können. Vor allem die Linken sehen den Wegfall der Impfprio kritisch. Es müsse sichergestellt sein, dass Menschen aufgrund von Alter, Vorerkrankungen oder sozialer Situation nicht mehr gefährdet seien als der Rest der Bevölkerung, sagte die Co-Parteichefin der Linken Susanne Hennig-Wellsow.

Zur Frage, welche Freiheiten Geimpfte bekommen sollten, sagte sie: „Geimpfte sollten denselben Status wie Getestete einnehmen können, als auch diejenigen, die Corona überwunden haben.“ Kanzlerin Merkel hatte sich zuletzt klar gegen eine Gleichstellung von Gestesteten und Geimpften ausgesprochen.

Hennig-Wellsow sprach sich darüber hinaus für den Einsatz von Impfmobilen in sozialen Brennpunkten aus. Es gehe darum, einen Schwerpunkt darauf zu legen, dass Menschen in einer sozial schwierigen Lage zu Impfstoff kämen. Damit greift die Linken-Politikerin auch ein Problem auf, dass Gesundheitsminister Spahn angedeutet hatte. Laut eines Berichts der „Bild“-Zeitung soll Spahn im CDU-Präsidium von „einer großen Herausforderung“ gesprochen haben, Menschen mit Migrationshintergrund zum Impfen zu bewegen.

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