Corona-Impfung soll EU-weites Reisen ohne Einschränkungen ermöglichen

Wird ein EU-Impfpass zum Statusobjekt im Sommer?

Nur Geimpfte dürfen reisen? Die Debatte ist da.
Nur Geimpfte dürfen reisen? Die Debatte ist da.
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16. Januar 2021 - 18:05 Uhr

Sommerurlaub mit Impfpass: Griechische Regierung hatte den Vorstoß gemacht

Das Jahr 2021 hat gerade erst begonnen und Deutschland befindet sich nach wie vor im Lockdown. Es gibt keine Aussicht auf Lockerungen. Die Fallzahlen sind enorm hoch, die neue Virus-Mutation macht der Bundesregierung zu schaffen.


Doch viele Menschen wollen trotzdem ihren Sommerurlaub planen und fragen sich, wie wohl die Reise-Situation in gut einem halben Jahr aussehen wird. Für Europa könnte es dafür bald neue Rahmenbedingungen geben. Denn der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis fordert, dass "die Personen, die geimpft sind, frei reisen dürfen."


Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hingegen hatte bereits Ende des Jahres ausdrücklich vor Privilegien für Geimpfte gewarnt, weil dies auf einen Impfzwang durch die Hintertür hinauslaufen könnte.

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Corona-Impfung könnte Reisen wie vor der Pandemie möglich machen

Der Vorschlag der griechischen Regierung beinhaltet, dass gegen Covid-19 geimpfte EU-Bürger einen EU-weit gültigen Impfpass erhalten. In einem Brief an die EU-Kommission hat Premier Mitsotakis geschrieben, dass es dringend notwendig sei, ein gemeinsames Verständnis darüber zu etablieren, wie solch ein Impf-Zertifikat strukturiert sein müsse, so dass es von allen EU-Staaten akzeptiert werde, berichtet die dpa.

Gleichzeitig betonte Mitsotakis, dass Griechenland die Impfung nicht zur Pflicht oder Voraussetzung für Reisen machen werde.


Das würde bedeuteten, dass Bürger ohne Impfung zwar einreisen dürften, aber wohl unter bestimmten Auflagen. Diese würde den geimpften Touristen erspart bleiben.

Reisefreiheit regeln - Weber: „Wir brauchen einen europaweit gleichen Standard für Geimpfte“

Zustimmung dafür gibt es aus dem EU-Parlament. "Wir brauchen einen europaweit gleichen Standard für Geimpfte," sagte Manfred Weber am Freitag im RTL-Interview. Der Vorsitzende der EVP-Fraktion sagte, dass Geimpfte auch vielleicht einen digitalen Nachweis bekommen könnten und dadurch die Rechte der Freizügigkeit wieder nutzen könnten.
"Das ist sicher in der ersten Phase erstmal eine Ungerechtigkeit, weil nicht jeder der will auch eine Impfung bekommen kann," sagte Weber.

Warum die Menschen in den Grenzregionen für Weber eine besondere Rolle spielen, sagt er im Video.

Außerdem müsse man auch die wirtschaftliche Dimension berücksichtigen.
"Wir müssen wieder zurück zu unserem normalen Leben," sagte Weber.
So erhofft sich auch Griechenland für 2021 wieder mehr Touristen-Ströme, nachdem im vergangenem Jahr die Flugankünfte um drei Viertel eingebrochen waren.

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Beratungen über EU-Impfpass am 21. Januar

"Ich glaube es ist fair, wenn man eine Risikoeinschätzung vornimmt," sagte Ralph Brinkhaus am Donnerstagmorgen im "Frühstart" bei RTL/ntv. Von Privilegien Geimpfter wollte er nicht sprechen. Ihm ginge es um "den Schutz der eigenen Bevölkerung": "Wenn jemand aus Frankreich kommt, was stark belastet ist, dann möchte ich natürlich wissen - welches Risiko bringt der nach Deutschland mit rein."


Damit zeigte sich der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende dafür offen, "geimpfte Personen anders zu behandeln, als jemanden, der nicht geimpft ist." Schließlich ginge von ihnen ein geringes Risiko aus. Was Brinkhaus von einer möglichen Kürzung der Sommerferien hält, erfahren sie im Video des gesamten "Frühstart"-Interviews.

Die EU-Regierungschefs werden bei einem Corona-Sondergipfel am 21. Januar über die Idee eines EU-Impfpasses beraten.