Corona-Piks für Jugendliche

Cara (16) wurde geimpft: "So ging es mir während und nach der Impfung"

Die 16-jährige Cara wurde mit dem Impfstoff von Biontech geimpft.
Die 16-jährige Cara wurde mit dem Impfstoff von Biontech geimpft.
© RTL, privat

05. Mai 2021 - 16:15 Uhr

von Cara K.

Ich heiße Cara und bin Schülerin in der 11. Klasse in Berlin. Gestern um 8 Uhr hätte ich eigentlich Schule gehabt. Aber ich bin stattdessen mit meinem Vater zu einem Impfzentrum gefahren. Meinem Lehrer musste ich das nicht lange erklären. Da er selber die erste Impfung hinter sich hat, hatte er auch großes Verständnis. Ich habe den Impfstoff von Biontech bekommen. Es ist momentan auch der einzige Impfstoff in Deutschland, der schon ab 16 Jahren zugelassen ist.

Ich muss zugeben, dass Spritzen sonst nicht so mein Ding sind. Die letzten Spritzen, die ich nach einem Sportunfall vor ein paar Jahren in den Daumen bekommen musste, taten sehr sehr weh. Vor dieser Spritze hatte ich jedoch keine Angst.

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"Die einzigen Impfreaktionen, die ich bemerkt habe, war ein Schmerz im betroffenen Arm"

Mein Vater und ich waren eine halbe Stunde vor unserem eigentlich Termin, um 9 Uhr, am Impfzentrum. Als wir in der Schlange vor der riesigen Halle standen und immer wieder auch Soldaten in Uniform an uns vorbeiliefen, wurde mir erneut bewusst, in was für einer ungewohnten Situation sich die Welt momentan befindet.

Nach kurzem Warten vor der Halle konnten wir rein gehen. Von da ging alles dann sehr schnell. Über all waren sehr freundliche und gut gelaunte Menschen, die einem halfen und den Weg zeigten.

In der Impfkabine empfing uns ein sehr netter und junger freiwilliger Helfer. Kurz darauf kam auch die Ärztin, die mich fragte, wie es mir geht und dann mich und meinen Vater nochmal über die möglichen Impffolgen aufklärte. "Pass bitte ein bisschen auf den Arm auf, keine Liegestützen die nächsten Tage und auch sonst bitte nicht allzu große körperliche Anstrengungen."

So lief die Corona-Impfung ab

03.05.2021, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Arzt zieht Stadtteil Chorweiler eine Spritze mit dem Impfstoff von Moderna auf. Die Stadt Köln hat im Stadtteil Chorweiler mit Impungen in sozialen Brennpunkten begonnen. Foto: Oliver Berg/dpa +++ dpa-Bildfu
Coronavirus - Impfung
© dpa, Oliver Berg, obe exa

Dann kam die Spritze. Ich glaube, dass mein Vater nervöser war als ich. Natürlich tat es ein wenig weh, aber ich hatte die ganze Zeit nur im Kopf, wie wichtig diese Impfung ist. Die einzigen Impfreaktionen, die ich bemerkt habe, war ein Schmerz im betroffenen Arm. Sonst erstmal noch nichts.

Lese-Tipp: Worauf muss ich vor und nach der Corona-Impfung achten?

Impfung als pflegende Angehörige

Die 16-jährige Cara wurde als pflegende Angehörige geimpft
Cara mit ihrem Opa - die Aufnahme entstand vor Corona
© RTL, privat

Ich habe die Spritze als pflegende Angehörige bekommen, da es meinem Opa nicht sehr gut geht. Erst vor einigen Wochen hat er einen Herzschrittmacher bekommen. Wir sehen ihn jede Woche und kochen dann zusammen oder gehen einkaufen. Ich habe ihn bestimmt seit einem Jahr nicht mehr richtig umarmen können, denn die Abstandsregelungen gelten ja auch unter Familienmitgliedern, wenn man nicht zusammenwohnt.

Zum Glück hat mein Opa gestern an derselben Impfstation eine Stunde nach uns seine zweite Impfung erhalten und ist somit erstmal relativ gut geschützt.

Seit Monaten wird über das Thema Impfen, Impfstoffe, Hygieneregeln etc. gesprochen. Mal dürfen wir in die Schule und mal nicht. Glücklicherweise hat der Senat für die Schulen Schnelltests bereitstellen können. Nun testen wir uns also jeden Montag und Donnerstag in der Schule. Mittlerweile sind alle aus meiner Klasse so gut darin, dass wir genervt sind, wenn uns ein Video gezeigt wird, das zeigt, wie so ein Schnelltest funktioniert.

Ich finde die Corona-Impfung wichtig, um mich und mein Umfeld zu schützen.

Cara ist froh über die Impfung: "Ich finde  die Corona-Impfung wichtig, um mich und mein Umfeld zu schützen. "
Caras Impfpass nach der Impfung
© RTL, privat

Lernen zu Hause läuft zwar für uns Elftklässler für die meisten an meiner Schule ganz gut, aber natürlich vermisse ich meine Freunde (und sogar einige Lehrer) jeden Tag. Einige meiner Freunde in der Schule haben Eltern oder Großeltern, die auch schwer krank werden könnten, wenn sie Corona bekommen. Keiner von uns will Schuld daran sein. Wir hatten in der Schule schon Corona-Fälle. Aber zum Glück nicht viele.

Mir persönlich hilft es in dieser verwirrenden Zeit, wenigstens ein bisschen Ordnung und Gewohnheit in mein Leben zu bringen. So gehe ich zum Beispiel jeden Freitag mit den gleichen zwei Freundinnen spazieren. Unabhängig davon, ob wir Online- oder Präsenzunterricht haben. Wir reden und gucken uns den Sonnenuntergang am Alexanderplatz an. Viel mehr geht ja gerade auch nicht, obwohl ich zugeben muss: Die eine Freundin haben wir an ihrem Geburtstag umarmt.

Gestern Nachmittag habe ich auch mit einer der beiden telefoniert und erzählt, wie froh und glücklich ich sein kann, dass ich die erste Impfung habe. Ich finde die Corona-Impfung wichtig, um mich und mein Umfeld zu schützen.

Schmerzen im Impf-Arm

Cara kurz nach ihrer Impfung
Cara kurz nach ihrer Impfung mit Biontech - kurz danach bemerkt sie erstmal nur einen Schmerz an der Einstichstelle.
© RTL, privat

Vorhin hat mich mein Opa dann auch noch angerufen und gefragt. "Na, wie geht es ? Alles gut bei Dir?" Am Abend habe ich dann Schmerzen im linken geimpften Arm bekommen, so wie ein Muskelkater. In der Nacht war der Schmerz so stark, dass ich nicht auf der geimpften Seite schlafen konnte. Heute Morgen tut der Arm immer noch weh und ich kann ihn nicht richtig gut hochheben. Aber sonst geht es mir gut und ich muss gleich zur Schule.

Ich bin so froh, das Opa jetzt beide Impfungen hat und ich jetzt zumindest eine.

Ich freue mich richtig auf die Zeit wenn wir alle keine Masken mehr tragen müssen. Und darauf wenn wir uns alle wieder normal begrüßen und umarmen können. Opa, meine Kusinen, meine Freundinnen. Endlich wieder einfach ganz normal sein.

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