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Unbeliebter Corona-Impfstoff wird von vielen Deutschen abgelehnt

Ungenutzte Astrazeneca-Dosen: Berlin will Obdachlose damit impfen lassen

Elke Breitenbach (Die Linke) bei einer Veranstaltung. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Elke Breitenbach (Die Linke) bei einer Veranstaltung. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

25. Februar 2021 - 11:02 Uhr

Corona-Impfstoff von Astrazeneca stößt auf Ablehnung

Weil in Medien-Berichten angegeben wurde, dass der Corona-Impfstoff des britischen Pharma-Unternehmens nur zu 70 % wirksam sei, lehnen viele Impf-Kandidaten den Impfstoff ab und wollen lieber warten, bis genug Impfstoff von BionTech oder Moderna zur Verfügung steht. Das Resultat: Impfstoff-Dosen von Astrazeneca bleiben vielerorts ungenutzt liegen. Dabei schützt der Impfstoff vor einem schweren Verlauf und kann dadurch genau so wie die anderen Impfstoffe dabei helfen, die Pandemie zu beenden. Die Berliner Senatorin Elke Breitenbach (Die Linke) will daher jetzt in Berlin ungenutzte Astrazeneca-Dosen an die Obdachlosen in der Stadt verimpfen. Sie hofft, dass andere Bundesländer nachziehen.

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Berlins Sozialsenatorin: "Nicht hinnehmbar!"

Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) will mit einem Teil der übrig gebliebenen Astrazeneca-Dosen die rund 3.000 Obdachlosen in den Notunterkünften gegen Corona impfen. "Es ist in der aktuellen Situation nicht hinnehmbar, dass Impfdosen ungenutzt herum liegen", sagte Breitenbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei deshalb richtig, dass über eine neue Priorisierung diskutiert werde. "Wir dürfen dabei aber nicht diejenigen vergessen, die keine laute Lobby haben", sagte Breitenbach. Obdachlose dürften jetzt nicht aus dem Blick geraten.

LESE-TIPP: Astrazeneca schlägt Biontech – 94 Prozent weniger Klinikaufenthalte nach erster Astrazeneca-Impfdosis

Impfungen sollen schon nächste Woche starten

"Im Winter kommen viele von ihnen in einer Notunterkunft unter", sagte Breitenbach. Die Gelegenheit sei daher günstig: "Wir könnten und sollten allen Obdachlosen in Notunterkünften jetzt so schnell wie möglich ein Impfangebot machen." Die Senatorin will mit den Impfungen schon nächste Woche starten und hofft, dass andere Bundesländer dem Beispiel folgen. Obdachlose sind wegen ihrer Unterbringung in Massenunterkünften und einer erhöhten Infektionsgefahr bislang in der Prioritätsstufe zwei. Durch das Vorziehen von Lehrern und Erziehern könnte sich ihre Impfung aber verzögern.

LESE-TIPP: Astrazeneca – RTL-Reporter will unbeliebteren Impfstoff

Auch Kassenärzte mahnen: "Es muss verimpft werden"

Auch Deutschlands Kassenärzte haben die Bundesländer jetzt gemahnt, Impfstoffe gegen Corona nicht unverimpft liegenzulassen. Es gebe einen "Impfstau" in den Impfzentren der Länder, kritisierte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, heute in Berlin. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis Dienstag nur rund 239.000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gespritzt. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind aber bereits mehr als 1,4 Millionen Astrazeneca-Dosen an die 16 Bundesländer geliefert. KBV-Vizechef Stephan Hofmeister mahnte: "Unverimpft sollte der Impfstoff nicht herumliegen. Er muss verimpft werden."

Spahn warb bei RTL für Impfung mit Astrazeneca-Vakzin

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schaltete sich vergangene Woche in die Debatte um den Astrazeneca-Impstoff ein – exklusiv bei RTL. In der Sendung "Deutschland fragt" sagte Spahn wörtlich: "Ja, ich würde mich impfen lassen, wenn ich eine Impfung angeboten bekommen würde. Ausdrücklich auch mit Astrazeneca. Das ist ein sicherer und wirksamer Impfstoff."

In der RTL-Sendung mit Jens Spahn ging es um das Impfchaos, Streit um den Urlaub und das, was die Menschen in der Corona-Krise bewegt. Bürger konnten in dem Format ihre Fragen stellen – Spahn hat geantwortet. Das ganze Interview sehen Sie hier auf RTL.de

Quellen: dpa/RTL.de

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