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Interview mit der Kanzlerin

Merkel vorerst gegen Impfpflicht durch die Hintertür

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich gegen eine Bevorzugung von Geimpften aus.
Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich gegen eine Bevorzugung von Geimpften aus.
© imago images/Jens Schicke, Jens Schicke via www.imago-images.de, www.imago-images.de

25. Februar 2021 - 8:18 Uhr

"Gruppen gleich behandeln"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen Vorzüge für Corona-Geimpfte ausgesprochen. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte sie: "Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln." Wie private Unternehmen, wie zum Beispiel Hotels oder Fluggesellschaften, das aber handhabten, darauf habe man keinen Einfluss.

Außerdem könnte sich mit der Zeit der Umgang mit Nicht-Geimpften ändern, so Merkel. Sie machte auch Hoffnung, was neue Wirkstoffe für Kinder und Schwangere angeht.

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Corona: Kommt eine "Impfpflicht light"?

Im Detail bedeutet das, dass sich Merkel zu einem späteren Zeitpunkt sehr wohl Vorzüge für Geimpfte vorstellen kann. "Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll. Aber da sind wir noch nicht", sagte Merkel im Interview mit der FAZ.

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Dennoch will Merkel keine gesetzliche Impfpflicht. "Davon rate ich ab. Wir haben zugesagt, dass es keine Impfflicht geben wird. Ich halte das bei der insgesamt hohen Impfbereitschaft auch nicht für notwendig." Man könne und müsse mit Argumenten werben, so die Kanzlerin

Spahn kündigt digitalen Impfausweis an

Auf diesem Standpunkt steht auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Zwar sei es eine Debatte, die "ohne Zweifel" im Bundestag geführt werden müsse. Er schließt aber aus, dass der Staat in Krankenhäusern oder anderen öffentlichen Bereichen bei Geimpften und Nichtgeimpften mit zweierlei Maß misst.

Eine wichtige Hilfe für die bessere Nachvollziehbarkeit von Impfungen könnte der digitale Impfpass sein. Der war eigentlich erst für 2022 geplant, soll laut Spahn aber nun doch schon früher kommen. Ein solcher Impfpass könnte ebenfalls eine Hintertür für die Impfpflicht bedeuten. Andere Länder, wie beispielsweise Griechenland oder Israel, nutzen die Impfnachweise schon entsprechend.

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