Nächste Verzögerung

Corona-Impfstoffhersteller Johnson & Johnson offenbar mit Lieferschwierigkeiten

Impfstoff von Johnson & Johnson
Impfstoff von Johnson & Johnson
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10. März 2021 - 10:11 Uhr

Auslieferungsprobleme von 55 Millionen Impfstoffdosen

Ein weiterer Covid-19-Impfstoffhersteller steht womöglich vor Lieferproblemen. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) hat offenbar gegenüber der EU erklärt, dass er mit Problemen kämpft, die die geplante Auslieferung von 55 Millionen Impfstoffdosen im zweiten Quartal erschweren könnte.

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Versorgungsengpässe bei Impfstoffherstellern

Laut der Nachrichtenagentur Reuters habe Johnson & Johnson in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass das Unternehmen wegen Problemen bei der Versorgung mit Impfstoff-Inhaltsstoffen und Ausrüstung "unter Stress" stehe, das vereinbarte Lieferziel bis Ende Juni zu erfüllen. Dem Insider zufolge hat der Konzern erklärt, es sei nicht ausgeschlossen, das Ziel zu erreichen, J&J sei aber vorsichtig.

J&J wollte sich dazu nicht äußern und erklärte, der Konzern erwarte, im zweiten Quartal mit der Lieferung der zugesagten Impfdosen an die Europäische Union beginnen zu können. Die Staatengemeinschaft hat sich bei dem Unternehmen für dieses Jahr insgesamt 200 Millionen Dosen gesichert. Es wird erwartet, dass die Europäische Arzneimittelagentur EMA am Donnerstag grünes Licht für den Einsatz des Vakzins gibt.

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau sagte, dass sein Land viele Gespräche mit Johnson & Johnson geführt habe. Dabei habe der Konzern mitgeteilt, dass dieser bei der Produktion des Impfstoffs mit Herausforderungen kämpfe. Der für die Fertigung zuständige EU-Kommissar Thierry Breton sagte bei einer Pressekonferenz, dass die Zulassung des Johnson & Johnson-Vakzins innerhalb von Stunden oder Tagen bevorstehe. Er gehe zudem davon aus, dass die Europäische Union ihr Gesamtziel von 300 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal erreichen werde, auch wenn einige Vakzin-Hersteller Produktionsprobleme hätten.

In der EU sind bislang Covid-19-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca zugelassen. Auch hier gab es Lieferverzögerungen. Der Herstellungsprozess ist komplex, die Einrichtungen dafür begrenzt und bei Bestandteilen gibt es Versorgungsengpässe.

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