AstraZeneca-Wirkstoff für Jüngere?

Spahn erwägt Änderung der Impfreihenfolge - das wäre die Folge

Am Freitag soll der Corona-Impfstoff von AstraZeneca zugelassen werden.
© REUTERS, DADO RUVIC, /FW1F/jane merriman

28. Januar 2021 - 10:07 Uhr

Was würde passieren, wenn erst die Jüngeren geimpft werden?

Viel Wirbel um AstraZeneca: Weil der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens eine geringere Wirksamkeit insgesamt und vor allem bei älteren Menschen haben soll als die Wirkstoffe der bereits zugelassenen Firmen Biontech/Pfizer und Moderna, zieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun offenbar in Erwägung, die Impfreihenfolge zu ändern. Haben jetzt doch Jüngere eine Chance auf eine schnellere Impfung? Wie würde sich das auf die Zahlen auswirken? Und ist das überhaupt eine gute Idee?

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Änderung der Impfreihenfolge - könnte das der richtige Weg sein?

"Aus meiner Sicht würde ich bei der Fahrt, die wir jetzt langsam endlich aufnehmen, nicht irgendwelche großen Veränderungen machen", erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, im Interview mit RTL. "Es ist vollkommen klar, dass die Älteren, die Risikogruppen und die Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen die allerersten sind. Wenn wir dann in die Breite gegangen sind, können wir immer noch Modifikationen machen. Aber die Jüngeren unter 50 erkranken in der Regel nicht so schwer. Ich glaube, das ist dann eine Sache, die wir nach Ostern diskutieren sollten. Jetzt ist das noch zu früh."

Wie würde sich eine andere Impfreihenfolge auf die Corona-Zahlen auswirken?

"Wir würden bei einer Veränderung der Impfreihenfolge keine großen Veränderungen sehen", so Zinn. "Das Problem ist eher, dass wir erstmal weiterhin Todeszahlen sehen. Und das ist jetzt das primäre Ziel: Wir müssen möglichst viele alte Leute und Risikogruppen impfen, damit wir diese wahnsinnig hohen Todeszahlen runterkriegen. Erst dann geht man an die Jüngeren ran."

Am Samstag wollen die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zufolge über den Corona-Impfstoff von AstraZeneca beraten.

"Wir erwarten am Wochenende die Zulassung dieses Impfstoffes durch die europäische Arzneimittelbehörde", sagt Laumann. Dann werde es auch "einen 'Beipackzettel' geben, auf dem steht, wofür der Impfstoff besonders geeignet und wofür er auch vielleicht nicht besonders geeignet ist".