Bedenken in England

Kommender Corona-Impfstoff wird „wahrscheinlich nicht perfekt"

Im Eiltempo zum Impfstoff
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh fpt wok rho req sja lof gfh

29. Oktober 2020 - 9:51 Uhr

Britische Medizinerin Kate Bingham: „Impfstoff wird möglicherweise nicht für alle funktionieren"

Auf der ganzen Welt wird auf Hochtouren an einem Corona-Impfstoff geforscht. Doch Kate Bingham, die Vorsitzende der britischen Impfstoff-Taskforce, glaubt, dass die erste Generation des Covid-19-Impfstoffs wahrscheinlich nicht ausgereift sein wird. Außerdem warnt die Medizinerin in einem Artikel der renommierten Zeitschrift "Lancet Medical Journal", dass das kommende Gegenmittel "möglicherweise nicht für alle funktionieren wird".

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Die meisten Impfstoffe können versagen

Die Expertin befürchtet, dass die erste Generation des Corona-Impfstoffs möglicherweise nicht die Ausbreitung der Infektion, sondern lediglich die Symptome verringern wird. Demnach würde eine Impfung kein Schutz vor Ansteckung bedeuten und nur helfen, wenn man bereits am Virus erkrankt sei. Bingham schreibt im Artikel, dass die englische Impfstoff-Taskforce der Ansicht ist, dass alle oder die meisten der Impfstoffe, die weltweit entwickelt werden, scheitern könnten.

Bereits am Dienstag hatte eine Studie von Wissenschaftlern des Imperial College London herausgefunden, dass die Antikörper, die gegen das Coronavirus kämpfen, bei bereits geheilten Briten während des Sommers stetig abgenommen haben. Der Schutz mit Antikörpern nach einer Infektion halte möglicherweise nicht lange an und erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Immunität in der Gemeinschaft abnimmt. Eine ähnliche Erkenntnis hat RTL-Reporter Jens Rissing gemacht, der sich nach einer überstandenen Corona-Erkrankung im März erneut einem Antikörper-Test unterzogen.