100er-Corona-Inzidenz überschritten

Zwei Landkreise in Brandenburg verzichten auf neue Verbote

ARCHIV - 13.01.2021, Brandenburg, Herzberg: Das Ortseingangsschild von Herzberg, der Kreisstadt vom Landkreis Elbe-Elster. Der Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg will trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 keine schärferen Corona-Regeln einführe
Die meisten Infektionen gingen auf private Zusammenkünfte und Feiern sowie Nachlässigkeiten beim Arbeitsschutz zurück.
ppl lop, dpa, Patrick Pleul

Keine schärferen Regeln trotz hohe Corona-Zahlen

„Wenn die geltenden Regelungen beachtet werden, bedarf es keiner neuen Einschränkungen“, erklärte Christian Heinrich-Jaschinski, Landrat des südbrandenburgischen Landkreises Elbe-Elster, am Freitag bei Facebook. Der CDU-Politiker will trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 und entgegen den Vorgaben keine schärferen Corona-Regeln einführen. Auch der benachbarte Landkreis Oberspreewald-Lausitz verzichtet auf neue Verbote.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de und rund um die Uhr im Stream auf n-tv +++

Corona-Hotspots Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster

Die meisten Infektionen gingen auf private Zusammenkünfte und Feiern sowie Nachlässigkeiten beim Arbeitsschutz zurück, heißt es. Weitergehende Einschränkungen für Geschäfte, Kitas oder Schulen hätten auf das Infektionsgeschehen vergleichsweise wenig Einfluss, wären aber mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden. Bei Twitter kritisierten viele die Entscheidung.

Der Landrat des Kreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze (parteilos), hatte erklärt, nach den langen Wochen des Lockdowns und wenigen Tagen erster Lockerungen seien noch keine schärferen Regeln geplant. Oberspreewald-Lausitz ist der Hotspot in Brandenburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von fast 164, Elbe-Elster liegt bei 156.

Strenge Corona-Regeln erst ab 200er Inzidenz

Die rot-schwarz-grüne Landesregierung war scharf kritisiert worden, weil sie die von Bund und Ländern vereinbarte Corona-Notbremse nicht explizit in ihre Verordnung aufgenommen hat. Danach sollen die jüngsten Lockerungen zurückgenommen werden, wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz innerhalb einer Woche über 100 steigt. Die Landesregierung will über konkrete Schritte entscheiden, wenn sich der Wert der 100 nähert. In der Corona-Verordnung heißt es allerdings, dass die Kreise und kreisfreien Städte weitergehende Schutzmaßnahmen insbesondere bei einem Anstieg der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 100 treffen sollen, ab 200 sollen die jüngsten Lockerungen zurückgenommen werden.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

TVNOW-DOKU: Das Impfdilemma und seine Folgen

Die Bevölkerung sehnt sich nach dem Impfstoff, der die Corona-Pandemie endlich beenden soll. Doch nur wenige Wochen nach der ersten Zulassung ist klar: So schnell geht es nicht voran. Chaos bei der Verteilung, stockende Lieferungen - was das für Deutschland bedeutet, sehen Sie in der neuen Dokumentation "Das Impfdilemma und seine Folgen" - ab sofort auf TVNOW!