Sprecher: Familien in Hartz IV-Bezug und Alleinerziehende würden profitieren

Deutsches Kinderhilfswerk fordert neuen Corona-Kinderbonus

© deutsche presse agentur

15. Januar 2021 - 8:14 Uhr

DKHW: "Der Kinderbonus könne in der aktuellen Situation vielen Familien zugute kommen"

Familien sind von den Folgen der Corona-Krise besonders stark betroffen – besonders durch den andauernden Lockdown. Um Familien stärker finanziell zu entlasten, fordert das Deutsche Kinderhilfswerk eine Neuauflage des sogenannten Corona-Kinderbonus, der schon im vergangenen Jahr in Höhe von 300 Euro an Familien gezahlt wurde. "Eine Zahlung von 300 Euro ist hier kurzfristig eine angemessene Hilfe, langfristig braucht es aber eine grundlegende Reform der Familienleistungen in Deutschland hin zu einer Kindergrundsicherung für alle Kinder", sagte der Pressesprecher des Deutschen Kinderhilfswerks am Mittwoch im RTL-Interview.

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Auch Familien im Hartz-IV-Bezug würden von Neuauflage des Kinderbonus profitieren

Uwe Kamp, Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks
Uwe Kamp, Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks
© Cindy u. Kay Fotografie

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) appelliert an die Bundesregierung, angesichts der Corona-Pandemie den Kinderbonus neu aufzulegen. "Der Kinderbonus wäre in der aktuellen Situation eine passende familienpolitische Leistung, der vielen Familien zugute kommt" sagte Kamp im RTL-Interview.

Kamp betonte, anders als beim Kindergeld würden davon "auch Familien im Hartz-IV-Bezug profitieren. Gleichzeitig wird der Kinderbonus mit dem Kinderfreibetrag verrechnet, sodass Spitzenverdiener hier keinen finanziellen Vorteil haben." Um möglichst viele sozial benachteiligte Familien zu unterstützen, fordert das DKHW, "dass neben allen Kindergeldempfängern diesmal auch Familien mit Kindern profitieren sollten, die im letzten Jahr beim Kinderbonus ausgegrenzt wurden, beispielsweise viele geflüchtete Familien."

Wer profitiert am meisten vom Corona-Kinderbonus? Mehr dazu lesen Sie hier.

Kamp: 300 Euro Kinderbonus ist kurzfristig angemessene Hilfe - langfristig braucht es eine Reform der Familienleistungen

Da sich abzeichne, dass es eine Rückkehr in den Alltag wie vor der Pandemie mit regelhaft geöffneten Kitas und Schulen auf unabsehbare Zeit nicht geben werde, bräuchte es laut Kamp viel weitergehende Unterstützungen für Kinder und ihre Familien. "Wenn Kinder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Schule sind, muss sichergestellt werden, dass sie Zuhause eine geeignete technische Ausstattung sowie – wenn notwendig – ergänzende individuelle Unterstützungsangebote vorfinden. Darum muss sich die Politik mit Hochdruck kümmern."

Kamp wies weiter darauf hin, dass geschlossene Schulen und Kitas vielfach auch den Wegfall des Mittagessens bedeuten würden, was von den Eltern wiederum kompensiert werden müsste. "Eine Zahlung von 300 Euro ist hier kurzfristig eine angemessene Hilfe, langfristig braucht es aber eine grundlegende Reform der Familienleistungen in Deutschland hin zu einer Kindergrundsicherung für alle Kinder."

Darum fühlten sich viele Mütter vom Corona-Kinderbonus im Stich gelassen.