Corona-Gipfel

Chefs von Tedi, Kik, Takko, Butlers und Thalia wollen an Click & Meet festhalten

22. März 2021 - 9:41 Uhr

Kik-Chef Patrick Zahn: Pro Woche Lockdown 30 Millionen Euro Verlust

Vor den nächsten Corona-Beschlüssen der heutigen Bund-Länder-Runde haben große Handelsketten vor einer Rücknahme der begrenzten, erst seit kurzem gültigen Einkaufsmöglichkeiten gewarnt. Elf Einzelhändler, darunter Tedi, Kik, Takko, Ernsting's family, Butlers und Thalia, haben sich für einen Protest in der "Initiative Zukunft Handel" zusammengeschlossen. Laut dem gemeinsamen Schreiben dürfe dem Handel nicht die Verantwortung für das steigende Inzidenz-Geschehen zugeschoben werden. Das bekräftigt auch Kik-Chef Patrick Zahn im Video.

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Das Gegenteil sei der Fall, wie man am Beispiel Hannover und Thüringen sehe: "Dort sind die Inzidenzen in den letzten Tagen deutlich gestiegen - ohne dass der Einzelhandel geöffnet hat", heißt es in dem Schreiben. Die Firmen sehen sich in Coronazeiten unfair behandelt. "Der Handel bringt große Opfer und wird dafür nicht einmal adäquat kompensiert. Für unsere Branche bedeutet dies ein Geschäfts- und Unternehmenssterben auf Raten." Dies habe schlimme Folgen für die Innenstädte.

Kik-Chef Patrick Zahn erklärte gegenüber RTL/ntv, dass sein Unternehmen pro Lockdown-Woche 30 Millionen Euro Verlust mache – und keine Corona-Hilfen vom Staat erhalte. "Das hält man nicht lange durch", so Zahn.

Das Schreiben ist an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und an die Ministerpräsidenten der Bundesländer gerichtet, die an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Bei ihrem vorigen Treffen Anfang März, bei dem die leichten Lockerungen samt Shopping nach Termin (Click & Meet) ermöglicht wurden, war festgehalten worden, dass man bei einer Wocheninzidenz von 100 generell wieder schärfer vorgehen wolle - wie genau, könnte am Montag festgelegt werden. Es ist aber noch offen, ob Verschärfungen kommen. Klar scheint nur, dass angesichts steigender Infektionszahlen nicht weiter gelockert wird.

Die Firmenchefs appellieren an die Politik, das Terminshopping beizubehalten. "Lassen Sie uns das Verfahren 'Click and Meet', am besten ohne Kopplung an Inzidenzwerte, als kleinen Hoffnungsschimmer weiterentwickeln." Die Pandemiebekämpfung sollte "kreativer, pragmatischer und wirtschaftszugewandter" werden, schreiben sie. Nicht nur die Wocheninzidenz, sondern auch die Auslastung der Klinik-Intensivbetten, der Anteil schwerer Krankheitsverläufe und vermehrte Tests und Impfungen sollten bei der Beurteilung der Coronalage berücksichtigt werden, fordern sie.

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