Gesundheitsminister wird deutlich wie nie

Jens Spahn fordert schnellen Lockdown mit Ausgangssperren

10. April 2021 - 15:48 Uhr

Nur so könne die dritte Welle gebrochen werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält die aktuell niedrigen Infektionszahlen wegen der Osterfeiertage nicht für verlässlich. Die sozialen Kontakte müssten eingeschränkt werden, notfalls auch mit nächtlichen Ausgangssperren, sagte Spahn bei einer Pressekonferenz mit dem RKI-Chef Lothar Wieler in Berlin. "Es braucht einen Lockdown." Nur so könne die dritte Infektionswelle gebrochen werden. Es gebe schon wieder fast 4500 Patienten auf Intensivstationen. "Wenn es so weitergeht, sind es zu viele für unser Gesundheitssystem."

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Länder zu uneinig für Corona-Gipfel am Montag

Eine Bund-Länder-Runde sei eigentlich das richtige Format, um neue Maßnahmen zu beschließen. "Aber wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig", kritisierte Spahn. Die für Montag geplante Bund-Länder-Runde zu verschieben und nur eine kurze Rücksprache zu halten, reiche angesichts der Infektionslage jedenfalls nicht aus.

Spahn betonte, die aktuellen Infektionszahlen seien bereits sehr hoch, spiegelten wegen der Oster-Feiertage aber womöglich noch nicht einmal das wirkliche Infektionsgeschehen wider. In den Krankenhäusern zeige sich, wie ernst die Situation tatsächlich sei. Nach Daten vom Freitag haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI binnen eines Tages 25 464 Corona-Neuinfektionen gemeldet, gut 3500 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 296 neue Todesfälle verzeichnet, gut 60 mehr als vor einer Woche. Das RKI geht jedoch davon aus, dass sich in den Ferien meist weniger Menschen testen lassen, was zu einer geringeren Meldezahl an die Gesundheitsämter führe.

Video: RKI-Chef Wieler zur Corona-Lage

RKI-Chef Lothar Wieler erwartet ab Mitte nächster Woche wieder aussagekräftigere Zahlen zu den Corona-Neuinfektionen, wie er in der Pressekonferenz sagte. Er rief dazu auf, das Virus ernst zu nehmen. Es gebe verstärkt schwere Verläufe, mehr jüngere Menschen seien betroffen. "Die Intensivstationen füllen sich rasant."

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