Face-Off mit Plexiglas

Corona-Gaga vor Boxkampf

22. Juli 2020 - 17:40 Uhr

Joe Joyce und Michael Wallisch vor erstem Kampf nach der Corona-Pause

Blicke können ja bekanntlich nicht töten. Plexiglasscheiben zerstören können sie allerdings auch nicht. Diese Erfahrung machten die Schwergewichtsboxer Joe Joyce und Michael Wallisch bei ihrem ersten – coronakuriosen – Face-Off vor ihrem Fight am Wochenende in London (siehe Video oben).

Samstag fliegen in London die Fäuste

In den Fäusten von Michael Wallisch juckt es gewaltig. "Ich boxe jeden", hatte der Schwergewichtler zuletzt gesagt, nachdem der erste Kampf nach der Corona-Pause gegen Joe Joyce fix gemacht wurde.

Am Samstag ist es soweit. In London geht es für den Boxer aus dem Hamburger Boxstall von Promoter Erol Ceylan für zehn Runden gegen den Briten in den Ring – dann natürlich ohne Plexiglas.

Die Veranstaltung in den BT Sport Studios wird ohne Zuschauer stattfinden. Tests auf Covid-19 sind für jeden Boxer verpflichtend.

Joyce mit makelloser Profi-Bilanz

Joyce, Spitzname "Juggernaut" (deutsch: Lastzug), ist klarer Favorit. Alle zehn Profikämpfe hat der 34-Jährige gewonnen – neun davon durch K.o. Bei seinem gleichaltrigen Herausforderer sieht die Bilanz etwas anders aus: Von 23 Kämpfen gingen zwar 20 an den gebürtigen Münchner, zuletzt musste Wallisch aber drei Niederlagen in Folge einstecken.

Nun hat er wochenlang mit Ex-Weltmeister Dariusz Michalczewski in Danzig gearbeitet, um sich für den Fight gegen Joyce physisch und mental in Stellung zu bringen.

Wallisch träumt von Fury

Wallisch möchte in London die Pläne von Promoter Frank Warren durchkreuzen. Denn: Joyce sollte vor der Corona-Pause eigentlich schon im Duell mit Landsmann Daniel Dubois einen schlagkräftigen Herausforderer für die Superstars Anthony Joshua und Tyson Fury ermitteln.

Jetzt schieben beide einen Aufbaukampf ein: Joyce eben gegen Wallisch, Dubois trifft am 29. August auf den in sieben Kämpfen ungeschlagenen Erik Pfeifer aus Hamburg.

"Joyce ist ein solider Boxer. Er war ein guter Amateur, aber ich glaube, Dubois ist schon in seinem Kopf. Wenn ich den Kampf gewinne, werde ich im Oktober gegen Dubois kämpfen", tönt Wallisch und rollt den ganz großen Plan aus: "Beide sind starke Schwergewichte, aber Tyson Fury ist der, den jeder will und er ist auch bei Frank Warren. Zwei Siege und ich kämpfe gegen Fury – das ist doch ein Anreiz."