Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent

Bundeswehr bildet Corona-Schnüffelhunde aus

Die Bundeswehr bildet Hunde darin aus, das Coronavirus zu erschnüsseln.
© dpa

06. Juli 2020 - 11:13 Uhr

Der Geruch von Speichelproben soll verraten, wer infiziert ist

Sie arbeiten mit einer großen Trefferquote und sind garantiert angenehmer, als eine Blutabnahmen: Die Bundeswehr und die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover testen in einem Projekt, ob Diensthunde eine Coronavirus-Infektion am Geruch von Speichelproben erkennen können. Zehn Tiere der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen in der Vulkaneifel sollen diese spezielle Aufgabe lernen. Beteiligt sind Schäferhunde, Spaniel und Retriever.

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Aussagekräftige Ergebnisse in wenigen Wochen

Spürhunde können an der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs nicht nur Sprengstoffe oder Drogen wahrnehmen, sondern auch verschiedene Krebserkrankungen und die drohende Unterzuckerung von Diabetikern riechen - so ist die Idee für das Projekt entstanden.

"Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen", erklärt die mitten im Wald liegende Diensthundeschule. In wenigen Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen, ob die tierischen Kameraden wirklich eine Infektion erschnüffeln können.

Schnelle und ortsunabhängige Verfügbarkeit

Auch in Großbritannien, Finnland und Frankreich befassen sich Experten mit diesem Thema. TiHo-Doktorandin Paula Jendrny erläutert: "Im Gegensatz zu den europäischen Kollegen nutzen wir den Speichel von infizierten Personen, in dem zunächst die Viren chemisch inaktiviert, also unschädlich gemacht werden." Speichelproben hätten "den Vorteil der schnellen und ortsunabhängigen Verfügbarkeit, wenn viele Menschen getestet werden sollen".

Nach einem erfolgreichen Abschluss der Versuchsreihe mit inaktiven Viren käme die nächste Hürde: Klappt das auch mit aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel? "Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann", betont Jendrny.

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