Klaus Stöhr zu Lockdown-Zielen

Epidemiologe nennt Corona-Strategie "illusorisch"

Frankenberg, Deutschland 04. Januar 2021: An einer Tafel in einer Schule steht mit Kreide geschrieben, Lockdown Verläng
Frankenberg, Deutschland 04. Januar 2021: An einer Tafel in einer Schule steht mit Kreide geschrieben, Lockdown Verläng
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07. Januar 2021 - 11:06 Uhr

Ist das Ziel des Lockdowns überhaupt erreichbar?

Das Ziel des Lockdowns ist, die 7-Tage-Inzidenz unter 50 pro 100.000 Einwohner zu drücken. Epidemiologe Klaus Stöhr nennt das "illusorisch". Er sagt, niedrige Inzidenzen seien im Winter nicht zu erreichen und plädiert für eine ganz andere Strategie zur Bewältigung der Corona-Pandemie.

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Inzidenzwert von 50 sei so nicht zu erreichen

Die neuen Maßnahmen im bis 31. Januar verlängerten Lockdown sehen vor, nur noch einen anderen Haushalt zu sehen, Schulen und Kitas geschlossen zu halten, ebenso wie den Einzelhandel. Zudem gilt für Menschen in Gebieten mit einem Inzidenz-Wert von über 200 eine Bewegungsbeschränkung von 15 Kilometern. Das große Ziel dieser Maßnahmen ist es laut Bundesregierung, den Inzidenzwert möglichst bundesweit unter 50 zu drücken.

Aktuell ist die Zahl der Landkreise, die unter dieser Zielinzidenz liegen, im unteren zweistelligen Bereich. Bis sie bundesweit erreicht seien, dauert es also noch. Gerade deshalb hält der Virologe Klaus Stöhr die getroffenen Maßnahmen für "illusorisch", wie er in den ARD-"Tagesthemen" sagte. Das Ziel sei tief gesetzt und ein Blick in die Nachbarländer zeige, dass man mit harten Lockdowns viel erreicht habe, aber kaum unter eine Inzidenz von 100 gekommen sei.

Gesundheitssystem sei bisher nicht vollständig überlastet

Fakt sei, das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen in Deutschland habe nicht dazu geführt, dass das Gesundheitswesen paralysiert oder vollständig überlastet worden sei - trotz großer Belastungen in einigen Krankenhäusern.

Der Lockdown ist nicht das einzige Mittel, um die Corona-Lage zu entspannen. Zeitgleich sollen die Impfungen von immer mehr Menschen die Zahl der Intensiv-Coronafälle verkleinern und uns auf lange Sicht aus der Pandemie helfen. Wann das der Fall sein könnte, erklärt der Hygieniker Dr. Georg-Christian Zinn hier.

Quelle: DPA/RTL.de

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