Corona-Demos im ganzen Land

Polizei nimmt TV-Koch Attila Hildmann fest

23.05.2020,Berlin,Deutschland,GER, die Stadt in Zeiten der Corona Pandemie.Kundgebung vor dem Reichstag mit TV-Koch Atti
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27. Mai 2020 - 10:48 Uhr

Attila Hildmann kurzzeitig festgenommen

Das schlechte Wetter scheint viele Kritiker von Corona-Regeln von Protesten abgehalten zu haben. In ganz Deutschland nahmen weniger Menschen als erwartet an Demonstrationen teil. In Berlin ging es etwas hektischer zu. Dort wurde der vegane Koch Attila Hildmann kurzzeitig festgenommen.

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Die Proteste verliefen größtenteils friedlich.

​In vielen deutschen Städten sind am Samstag wieder Kritiker der in der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen auf die Straße gegangen. Die Proteste verliefen größtenteils friedlich. Fast überall jedoch demonstrierten deutlich weniger Menschen als angemeldet. So etwa in Stuttgart: An einem Protestzug nahmen mehrere Dutzend Menschen teil, später kamen weitere Demonstranten hinzu. Ursprünglich waren 500 Teilnehmer angemeldet gewesen. Am vorherigen Wochenende hatte sich der bundesweit größte Protest in Stuttgart versammelt. 

In Berlin wurde der Fernsehkoch Attila Hildmann auf dem Weg zu einer Kundgebung am Kanzleramt vorübergehend festgenommen. Ihm würden Verstöße gegen das Versammlungs- und das Infektionsschutzgesetz vorgeworfen, sagte eine Polizeisprecherin. Der für seine veganen Rezepte bekannte Koch war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien in der Corona-Krise aufgefallen. Nach Polizeiangaben hatte sich am Lustgarten in Berlin-Mitte eine dreistellige Zahl von Menschen um Hildmann versammelt. Es sei der Eindruck entstanden, er wolle mit diesen losgehen - es sei aber nicht gestattet, einen Aufzug durchzuführen.​

1.100 Berliner Polizisten im Einsatz

Die Beamten hätten ihn darauf hingewiesen und Maßnahmen angekündigt, die dann auch umgesetzt worden seien, so die Sprecherin. Hildmann sei aber wieder entlassen worden - und Einsatzkräfte hätten ihn dann zu dem Ort geleitet, an dem er eine Kundgebung abhielt, an der nach Schätzung eines dpa-Reporters mehr als 100 Menschen teilnahmen. Es gab zudem einige Gegendemonstranten. Hildmann sagte zu dem Geschehen um seine Festnahme, er sei erkannt worden und es habe sich ein Tross von Menschen um ihn gebildet. Die Beamten hätten die Wege abgeriegelt. Als er nach der Rechtsgrundlage gefragt habe, sei er "gewaltsam festgenommen" worden. Er habe Wunden und blaue Flecken. Die Polizei äußerte sich dazu nicht.

Insgesamt war die Polizei in der Hauptstadt mit rund 1.100 Kräften im Einsatz, sie hatte sich auf zahlreiche Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen und Gegenproteste eingestellt. Bei einer Kundgebung von Gegnern der Corona-Maßnahmen am Großen Stern am Nachmittag waren zunächst nur vereinzelte Teilnehmer. Eine weitere Demonstration unter dem Motto "Heimat und Weltfrieden" am Mittag war nach Angaben der Polizei vom Veranstalter beendet worden, nachdem sich die Teilnehmer nicht an die Vorgaben gehalten hatten. Erlaubt waren nur 50 Teilnehmer, es seien aber wohl annähernd 100 gewesen.

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