RTL reist für Sie durch Deutschland und fragt nach

Corona-Check: So denkt Deutschland über Urlaub und Freizeit

27. Mai 2020 - 10:03 Uhr

von Nele Balgo

Corona hat das Leben vieler Deutschen ordentlich durcheinander gewirbelt: Das, was früher als selbstverständlich galt, ist heute eine große Ausnahme. Eine Woche reisen unsere Reporter Stephan Richter und Janine Bleker für die "Corona-Check: So denkt Deutschland"-Tour durch die Republik. Dabei beleuchten sie unterschiedliche Themenkomplexe und sprechen mit ganz unterschiedlichen Menschen über ihre ganz persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen sowie Wünsche und auch Forderungen. Start der Reise ist der hohe Norden.

Auf geht's zum Corona-Check Reisen und Freizeit!

Erst blieben die Urlauber zwei Monate lang aus, doch jetzt wollen die Deutschen wieder reisen. Sankt Peter-Ording, ein beliebtes Reiseziel an der Nordseeküste. Im März hat Svenja Carstens das Kölfhamm Hotel ihrer Eltern im Ferienort übernommen. Kapitalrücklagen hatte sie deshalb keine. Dann kam die Krise und sie musste schließen. Für die 26-Jährige eine äußerst schwierige Situation. "Das war schon komisch, wenn man dann jetzt direkt nicht starten kann und quasi wie so ein Riegel vorkommt, weil man gerade durchstarten möchte, motiviert ist, ganz viele Ideen hat", erklärt die junge Geschäftsführerin. Doch inzwischen blickt sie wieder etwas optimistischer nach vorne, denn die Deutschen wollen reisen. Mehr dazu im Video.

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Dänische Touristen fehlen in Flensburg

Stephan Richter und Janine Blecker reisen durch Deutschland für unseren "Corona-Check: Das denkt Deutschland"
Stephan Richter und Janine Bleker reisen durch Deutschland für unseren "Corona-Check: So denkt Deutschland"
© RTL

Ein Bierchen nach Feierabend in der Gaststätte um die Ecke? Vor Corona völlig normal, doch noch fehlen Gäste in den Flensburger Gaststätten. "Wirtschaftlich sind die dänischen Touristen für uns ein sehr, sehr großer Faktor. Flensburg ist eine Touristenstadt für Skandinavien, für Dänemark speziell. Dänische Gäste sind unsere Gäste. Sie lieben unsere Brauerei und die fehlen uns", erklärt Franz-Dieter Weiß, Inhaber der Hansens Brauerei.

Normalerweise können in Deutschlands nördlichster Gasthausbrauerei rund 300 Gäste Platz nehmen. Mit der Wiedereröffnung der Lokale, durch die Lockerungsmaßnahmen, darf er etwa die Hälfte der Plätze wieder belegen. Doch für die Besucher sei es nicht das gleiche Erlebnis, berichtet der langjährige Wirt. "Das Reden der Gäste ist meine Musik", erklärt er. Alle Gäste müssen ihre Daten hinterlassen und abseits des eigenen Tisches einen Mund-Nasenschutz tragen, so schreiben es die Corona-Regeln vor. "Es fehlt den Gästen die Freude am Ausgehen", stellt der Flensburger mit fest. Obwohl er froh ist, wieder öffnen zu können, bleibt die Sorge vor einer zweiten Pandemie-Welle.

Starke Umsatzeinbrüche für Freizeitanbieter

Das Freizeitverhalten der Deutschen ist noch lange nicht auf dem Stand, wie es vor der Pandemie war. Die Freizeit fast aller Deutschen hat sich verändert, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL ergab.

  • 45 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihr Freizeitverhalten in der Coronakrise sehr geändert hat.
  • Bei 47 Prozent hat sich ihr Freizeitverhalten etwas geändert.
  • Lediglich 7 Prozent sagen, dass sich ihr Freizeitverhalten gar nicht geändert hat.
  • Dass sich ihr Freizeitverhalten in der Corona-Krise sehr geändert hat, geben Frauen deutlich häufiger als Männer und die jüngeren Befragten etwas häufiger als die älteren Befragten an.

Auswirkungen spüren die Anbieter von Freitaktivitäten deutlich, wie unsere Reporter bei ihrer Reise durch Deutschland erfahren: Nicht nur der Hotel- und Gastwirtschaft hat die Corona-Krise nämlich schwer zugesetzt. Auch einige Freizeitangebote lagen still. Für die Kitebuggy-Fahrschule in Sankt Peter-Ording war am Samstag der erste Tag in diesem Jahr, an dem Horst Nebbe seinen Betrieb aufnehmen konnte. Finanziell ein Desaster. Insgesamt habe er etwa ein Drittel des Umsatzes einer normalen Saison verloren. Zudem seien seine Kunden oft Firmen, die Events für ihre Mitarbeiter organisieren.

Da diese länger ausbleiben könnten, rechnet Nebbe mit noch größeren Verlusten. Aber er hat ein zweites Standbein im IT-Bereich. Das lief in der Corona-Krise vergleichsweise gut. Doch so geht es vermutlich nicht allen Anbietern von Freizeitangeboten. Trotzdem sind die Betreiber, die wir auf unserer Reise getroffen haben, froh, dass die Saison endlich losgeht - wenn auch mit Einschränkungen. Und damit sind sie ganz sicher nicht allein...

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Corona-Virus hält Deutschland und den Rest der Welt weiter in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt die neue Doku "Was wir aus der Krise lernen".

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Wie verändert die Krise das soziale Miteinander? Viele Menschen sind hilfsbereit und rücksichtsvoll. Andere kontrollieren ihre Mitmenschen. Sehen Sie hierzu "Corona-Denunzianten - Blockwarte oder Lebensretter?"