Corona-Ausbruch in Tönnies Fleischfabrik

Armin Laschet: Wir können einen flächendeckenden Lockdown nicht ausschließen

22. Juni 2020 - 9:08 Uhr

Laschet machte sich am Sonntag selbst ein Bild von der Lage

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies mit bislang mehr als 1000 Infizierten hat sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag vor Ort selbst ein Bild von der Lage gemacht. Der Regierungschef gab im Kreishaus Gütersloh bei einer Pressekonferenz ein Statement zum weiteren Vorgehen in Rheda-Wiedenbrück ab. Dabei betonte er noch einmal, dass man einen flächendeckenden Lockdown nicht ausschließen könne.

Beweise sichern und für die Zukunft daraus lernen

"Ich denke, dass jetzt alles auf den Tisch muss, um zu klären, was wir tun können", sagte Armin Laschet bei der Pressekonferenz. Es stehe fest, dass man in der Fleischerei Tönnies und auch in anderen nicht weiterarbeiten könne, wie bisher.

"Dank der Bundeswehr und des Deutschen Roten Kreuzes konnten bisher 7000 Tests durchgeführt werden". Man habe nun Hilfe angefordert – die gebe es aus dem Rheinland, da sich die Lage dort ein wenig entspannt hätte.

Hinzu käme, dass drei Hundertschaften bereitstehen würden, die dafür sorgen, dass "die jetzt verhängten Quarantäneregeln eingehalten werden". Außerdem setze man auch auf Tönnies. "Wir erwarten, dass das Unternehmen seine Arbeit leistet, auch im humanitären Sinne", so der Ministerpräsident. Jetzt sei es wichtig, Beweise zu sichern und aus diesen für die Zukunft zu lernen.

Mehr als 1000 Beschäftigte wurden infiziert

Laschet hatte wegen des massiven Corona-Ausbruchs schon im Vorfeld einen regionalen Lockdown ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Die Reihentestungen der insgesamt 6500 Mitarbeiter auf dem Werksgelände der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sollten am Sonntag fortgesetzt werden. Bis Samstagmittag lagen gut 3100 Befunde vor. Bei 1029 Beschäftigen wurde das Coronavirus nachgewiesen.

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Tönnies-Betrieb eingestellt

Um eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen, hat Tönnies schon am Mittwoch den Betrieb gestoppt. Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU), sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, er habe die Schließung verfügt. Die Schlachtungen seien bereits am Mittwochvormittag eingestellt worden, weitere Bereiche sollen nach und nach folgen. Wann der Betrieb wieder aufgenommen wird, müssten die Behörden abhängig von der Lage entscheiden.

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