Nach Besuch in Hamburger Szenekneipe

Lisanne war in der "Katze" feiern - jetzt ist sie in Quarantäne

Hamburg, 17. September 2020 - Bar "Katze"  im Hamburger Schanzenviertel *** Hamburg, 17 September 2020 Bar Katze
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18. September 2020 - 16:30 Uhr

Nach Corona-Ausbruch in Hamburg: Behörden suchen nach Kontaktpersonen

Nachdem Anfang der Woche bekannt wurde, dass mehrere Mitarbeiter der Hamburger Szenekneipe "Katze" im Schanzenviertel positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, suchen Behörden fieberhaft nach potenziellen Kontaktpersonen.

Eine von ihnen ist Lisanne Leye. Auch sie hatte vor zwei Wochen mit ein paar Freunden einen Abend in der "Katze" verbracht. Eine ihrer Freundinnen wurde nun positiv auf das Virus getestet, Lisanne selbst befindet sich derzeit in Quarantäne. Im Interview mit RTL beschreibt sie, wie sie den Abend in der "Katze" erlebt hat.

Hamburg: Eine "wuselige" Situation vor der "Katze"

Vor zwei Wochen war Lisanne zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in Hamburgs Szeneviertel, der Schanze, unterwegs. Dort sei es grundsätzlich "relativ voll" gewesen und auch vor der Kneipe "Katze" hätten sich zahlreiche Leute versammelt. Viele hätten angestanden, wollten einen Platz in der beliebten Kneipe ergattern. "Es war auf jeden Fall sehr wuselig", erinnert sich Lisanne. Ihrem Eindruck nach seien die Türsteher von dem Andrang und der daraus resultierenden unübersichtlichen Situation überfordert gewesen.

Nicht jeder ihrer Freunde hat sich registriert

Bevor man ins Innere der "Katze" kam, musste man sich offenbar über einen QR-Code registrieren und seine Kontaktdaten zur späteren Nachverfolgung hinterlegen, erklärt Lisanne. Dann habe man diese Registrierung bei den Türstehern vorgezeigt, einen Stempel bekommen und durfte dann in die Kneipe kommen. Sie selbst habe sich auch registriert: "Das hat ja auch seinen Sinn, dass man das machen soll." So sahen das aber nicht alle ihre Begleiter. "Drei meiner Freunde haben sich nicht registriert. Das haben die Türsteher aber auch nicht mitbekommen." Einen Tisch im Innenraum der Kneipen hätten sie trotzdem bekommen.

"Ich würde nicht sagen, dass die 'Katze' sich komplett daneben verhalten hat"

Die Situation in der Kneipe beschreibt Lisanne als sehr geordnet und kontrolliert: "Es war auf jeden Fall voll, aber es durfte niemand rum- und auch niemand an der Bar stehen. Darauf haben die schon extrem geachtet." Ihrer Erinnerung nach haben auch sowohl die Barkeeper als auch die Kellner Mundschutz getragen. Einen fahrlässigen Umgang mit der Corona-Situation will die junge Frau der "Katze" nicht vorwerfen: "Ich würde nicht sagen, dass die 'Katze' sich komplett daneben verhalten hat."

Lisannes Freundin hat Corona

Eine von Lisannes Freundinnen, mit der sie den Abend in der "Katze" verbracht hatte, wurde Anfang der Woche positiv auf das Corona-Virus getestet. Sie hatte sich zuvor schlapp gefühlt und Schnupfen bekommen, ihre Corona-Warn-App hatte acht Risikobegegnungen der Warnstufe "niedrig" gemeldet. Auch Lisanne selbst hat sich testen lassen. Zwar fiel ihr Test negativ aus, als sogenannte Kontaktperson der Kategorie I, die also engen Kontakt zu einer infizierten Person hatte, muss sie trotzdem für zwei Wochen in Quarantäne und morgens und abends Fieber messen.

Ob Lisannes Freundin sich in der "Katze" mit dem Virus infiziert hat, kann nicht mit absoluter Sicherheit nachvollzogen werden. Lisanne bleibt ungeachtet dessen bei ihrer Meinung: "Wer meint, während Corona feiern oder etwas trinken zu gehen, der ist selbst verantwortlich für das Risiko, sich anstecken zu können."