Heftiger Corona-Ausbruch in Husum

Klinikum Nordfriesland: "Quarantäne ersetzende Maßnahmen" für 1500 Menschen

Coronavirus im Krankenhaus - Symbolbild
© dpa, Sebastian Gollnow, scg

15. Januar 2021 - 16:59 Uhr

Aufnahmestopp und Mitarbeiter unter strengen Vorkehrungen

In den Krankenhäusern in Husum und Niebüll gibt es derzeit einen Ausbruch von Covid-19. Insbesondere haben sich zahlreiche Mitarbeitende mit dem Virus infiziert. Trotz aller Anstrengungen und der Umsetzung strenger Hygienemaßnahmen ist es noch nicht gelungen, weitere Infektionen zu unterbinden. In den Kliniken wurden planbare und verschiebbare Behandlungen bereits verschoben. Am Freitag wurde nun ein Aufnahmestopp für neue Patient:innen verfügt, zunächst bis zum 21. Januar. Insgesamt 1500 Menschen sind von "Quarantäne ersetzenden Maßnahmen" betroffen, meldet der Kreis Nordfriesland in einer Pressemitteilung.

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Quarantäne-ersetzende Maßnahmen gelten im Job und privat

Zurzeit befinden sich 54 positiv getestete Mitarbeitende in häuslicher Isolierung; 52 positiv getestete Patient:innen werden im Husumer Klinikum versorgt.

Darüber hinaus ordnete das Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland umfangreiche Schutzmaßnahmen für alle Mitarbeiter:innen an, die in der Zeit vom 4. Januar bis zum 13. Januar 2021 in den Kliniken in Niebüll oder Husum gearbeitet haben. Es werden Quarantäne-ersetzende Maßnahmen verhängt, so dass sie ihrer Arbeit weiterhin nachgehen können, solange keine Symptome eines Atemwegsinfektes vorliegen. Sie gelten vom 15. Januar bis einschließlich zum 27. Januar 2021. Eine Verlängerung ist möglich.

Zu den "Quarantäne-ersetzenden Maßnahmen" gehören folgende Regeln im Job: Während des gesamten Aufenthalts in der Arbeitsstätte ist Vollschutz einschließlich einer FFP2-Maske zu tragen. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie die Bildung von Fahrgemeinschaften sind untersagt. Beim Auftreten auch nur geringer Symptome hat eine Diagnostik zu erfolgen, und es muss schnellstmöglich Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen werden.

"Greifen (...) in das Leben von mindestens 1.500 Menschen ein"

Im privaten Bereich gelten ebenfalls strenge Auflagen: Der eigene Haushalt darf nur mit Genehmigung des Gesundheitsamtes verlassen werden. Besuch von Personen, die nicht dem Haushalt angehören ist verboten. Der eigene Garten darf genutzt werden, doch auch dort ist jeder Kontakt zu vermeiden. Wer in einem Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsgarten wohnt, darf diesen nicht nutzen.

"Damit greifen wir direkt und sehr massiv in das Leben von mindestens 1.500 Menschen ein. Wir alle wünschten, es hätte einen anderen Weg gegeben. Deshalb haben Klinik und Gesundheitsamt zunächst mit vereinten Kräften versucht, das Ausbruchsgeschehen einzudämmen", erklärt Landrat Florian Lorenzen. "Da das erfolglos blieb, müssen wir nun leider doch zu diesem Mittel greifen. Das ist die einzige Chance, die Verbreitung des Virus einzudämmen«, stellt Lorenzen fest. Die Maßnahmen sind mit dem Klinikum NF und dem Sozialministerium des Landes abgestimmt.

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