Fachärzte geben aktualisierte Stellungnahme heraus

Asthma birgt kein erhöhtes Risiko für schweren Corona-Krankheitsverlauf

Laut der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin sind Patienten mit chronischem Asthma nicht von einem erhöhten Risiko betroffen, einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion zu erleiden.
© dpa, Philipp von Ditfurth, pvd exa jat

28. November 2020 - 9:50 Uhr

Patienten mit Asthma und Bronchitis unterschiedlich stark betroffen

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Stellungnahme zu der Risikobewertung von Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Gleichzeitig gaben sie Handlungsempfehlungen für Patienten. Einen wichtigen Appell richteten die Fachärzte an alle Raucher.

Nicht alle Patienten sind gleich stark betroffen

Grundsätzlich unterscheiden die Autoren der Stellungnahme zwischen Asthma- und COPD-Patienten, also Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis. Während für COPD-Patienten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf gegeben ist, besteht für Asthmatiker keine größere Gefahr. "Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch einen schweren Verlauf haben können", betont Professor Dr. Marek Lommatzsch von der Universitätsmedizin Rostock. Grundsätzlich bedeutet die gute Nachricht für Betroffene aber nicht, dass sie dadurch gegen eine Infektion besser geschützt sind. Die Schutzmaßnahmen muss jeder einhalten, um eine Ansteckung, so gut wie möglich, zu vermeiden.

Nicht zu Hause einsperren!

Obwohl einige Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf haben, sollten sie sich keineswegs zu Hause einsperren. Frische Luft und Aktivität sei, wie bei allen Krankheiten, sehr wichtig. Dennoch sollten sich Risikopatienten um so mehr an die Schutzmaßnahmen halten.

Sind Raucher gefährdeter?

ARCHIV - 06.06.2012, Berlin: Eine Hand hält eine Zigarette. Nach jahrelangen Diskussionen soll die Werbung für gesundheitsschädliches Rauchen in Deutschland weiter eingeschränkt werden. (zu dpa: «Bundestag soll neue Werbeverbote fürs Rauchen beschlie
Die meisten COPD-Erkrankungen kommen vom Rauchen. Die COPD-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion.
© dpa, Jens Kalaene, jka dna bwe sab

Die These, welche im Frühjahr die Runde machte und besagt, dass Rauchen sogar das Infektionsrisiko mit COVID-19 minimiert, können die Fachärzte weder bestätigen, noch verneinen. Allerdings haben die meisten Patienten eine chronisch-obstruktive Bronchitis durch das Rauchen bekommen. Der stellvertretende Präsident der Gesellschaft, Professor Dr. Torsten Bauer, gibt außerdem zu bedenken, dass Rauchen Gefäße schädigt. Eine Infektion mit Corona zieht Gefäße zusätzlich in Mitleidenschaft. Die Mediziner richten daher einen Appell an alle Raucher, auf Zigaretten zu verzichten. Die Pandemie wäre ein guter Anlass, um den angestrebten Rauchstopp durchzuziehen.

"Wir werden gut und sicher durch diesen Winter kommen."

Trotz der ansteigenden Todeszahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zeigen sich die Mediziner zuversichtlich. Torsten Bauer findet dafür klare Worte: "Wir werden ganz sicher gut durch diesen Winter kommen." Dabei setzt er aber voraus, dass sich die Gesellschaft an die Schutz- und Hygienemaßnahmen hält.