Kurioser Fall aus den USA

Teenager täuscht eigene Entführung vor - um nicht zur Arbeit zu müssen!

So fand die Polizei Brandon Soules aus Coolidge (US-Bundesstaat Arizona): Der Teenager täuschte seine eigene Entführung vor, um nicht zur Arbeit gehen zu müssen.
So fand die Polizei Brandon Soules aus Coolidge (US-Bundesstaat Arizona): Der Teenager täuschte seine eigene Entführung vor, um nicht zur Arbeit gehen zu müssen.
© Coolidge Police Department

24. Februar 2021 - 12:44 Uhr

"Opfer" gesteht Fake-Entführung

Am 10. Februar erreichte die Polizei in Coolidge (US-Bundesstaat Arizona) ein Notruf: Ein Mann sei mit einem Gürtel gefesselt und geknebelt in der Nähe der Bahngleise gefunden worden und verliere immer wieder das Bewusstsein. Das vermeintliche Opfer Brandon Soules (19) behauptete später, vor seinem Haus von zwei Maskierten bewusstlos geschlagen und entführt worden zu sein. Tagelang gingen Ermittler jeder Spur in dem Fall nach – und brachten schließlich die Wahrheit ans Licht.

Intensive Ermittlungen entlarvten die Lügen von Brandon Soules

Brandon Soules aus Coolidge (US-Bundesstaat Arizona) täuschte seine eigene Entführung vor, um nicht zur Arbeit gehen zu müssen.
Brandon Soules aus Coolidge (US-Bundesstaat Arizona) wurde wegen Falschaussage zu einer Geldstrafe verurteilt.
© Coolidge Police Department

Nach dem Notruf war der Teenager zunächst in ein Krankenhaus eingeliefert worden, wo er untersucht und von der Polizei vernommen wurde. Dabei habe er den Ermittlern zufolge angegeben, dass die Kidnapper eine Weile mit ihm durch die Gegend gefahren seien, ehe sie ihn am Straßenrand zurückließen. Es sei den Tätern um Geld gegangen, angeblich habe sein Vater eine größere Summe in der Wüste versteckt. Eine abenteuerliche Geschichte, doch die Polizisten schenkten ihr zunächst Glauben, sichteten Bilder von Überwachungskameras, befragte Zeugen.

Schnell ergaben sich erste Ungereimtheiten. So sei der Krankenhausbericht zu dem Ergebnis gekommen, dass Brandon Soules keine Zeichen einer Gehirnerschütterung oder anderer Kopfverletzungen habe, heißt es in einem Polizeibericht, aus dem die "New York Times" zitiert. Zudem habe sich herausgestellt, dass angebliche Textnachrichten und Anrufe frei erfunden waren.

Die Polizei nahm Brandon am 17. Februar – eine Woche nach der vermeintlichen Tat – fest. Bei einem neuerlichen Verhör habe der junge Mann dann zugegeben, die Geschichte frei erfunden zu haben. Er habe seine Entführung fingiert, sich selbst an den Händen gefesselt und geknebelt. Sein unfassbares Motiv: Er habe verhindern wollen, bei seiner Arbeitsstelle in einem Autohaus zu erscheinen, wo er laut der "New York Times" unter anderem für das Montieren von Reifen zuständig gewesen sei. Der 19-Jährige wurde wegen Falschaussage zu einer Geldstrafe von umgerechnet 450 Euro verurteilt.