Commerzbanks Schmittmann: "Geordneter Prozess"

Stefan Schmittmann bei einem Termin. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur

06. Juli 2020 - 9:42 Uhr

Die Commerzbank bemüht sich nach dem angekündigten Doppel-Rücktritt von Konzernchef Martin Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann um eine Beruhigung der Lage. "Machen Sie sich (...) keine Sorgen, es gibt hier einen geordneten Prozess", versicherte Schmittmann in einem im Intranet der Bank veröffentlichten Interview, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und aus dem auch andere Medien bereits zitierten.

Auf die Frage, ob wie bislang geplant mit Vorlage der Halbjahreszahlen am 5. August auch die Details zur neuen Strategie verkündet werden, blieb Schmittmann vage: "Das wird der Vorstand entscheiden, nachdem er sich mit dem Aufsichtsrat ausgetauscht hat." Das Kontrollgremium kommt an diesem Mittwoch (8. Juli) zusammen.

"Ich werde meine Aufgaben die nächsten vier Wochen wahrnehmen", bekräftigte Schmittmann, der am Freitag seinen Rücktritt zum 3. August angekündigt hatte. Für ihn muss ein neues Aufsichtsratsmitglied per Gericht bestellt werden. "Wenn dieses neue Mitglied bestellt ist, dann wird der komplette Aufsichtsrat aus seiner Mitte einen neuen Vorsitzenden wählen", erklärte Schmittmann.

Der Finanzinvestor Cerberus - mit gut fünf Prozent zweitgrößter Aktionär der Commerzbank nach dem deutschen Staat - hatte die Führung der Bank harsch kritisiert und verlangt zwei Mandate im Aufsichtsrat.

Als möglicher Kandidat für den Vorsitz des Kontrollgremiums wird in Finanzkreisen Aufsichtsratsmitglied Nicholas Teller (61) genannt. Teller war bis zum Frühjahr 2008 gut 25 Jahre für die Commerzbank tätig. Von 2003 an war er im Commerzbank-Vorstand zunächst für das Firmenkundengeschäft, später für das Investmentbanking zuständig.

"Wer zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wird, ist völlig offen", betonte Schmittmann. "Nicht die Aktionäre bestimmen den neuen Vorsitzenden, sondern das Gremium wählt aus seiner Mitte einen neuen Vorsitzenden."

Auch Konzernchef Martin Zielke habe sich ja bereiterklärt, "so lange zu bleiben wie dies vom Aufsichtsrat gewünscht ist", bekräftigte Schmittmann. Den Angaben vom Freitag zufolge soll Zielkes Vertrag spätestens zum 31. Dezember 2020 einvernehmlich aufgelöst werden.

Quelle: DPA