CNN-Journalistin stellt Trump kritische Fragen und wird von Pressekonferenz ausgeschlossen

26. Juli 2018 - 19:53 Uhr

Journalistin stellt Trump unangenehme Fragen

Ein Vorfall aus dem Weißen Haus sorgt momentan in der Medienwelt für Proteste: Eine CNN-Reporterin wurde von einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgeschlossen. Zuvor hatte Kaitlan Collins dem US-Präsidenten bei einem Fototermin unangenehme Fragen gestellt, wie sie in einem CNN-Interview berichtete. Die Korrespondentenvereinigung WHCA sieht diesen Vorfall als Verstoß gegen die Pressefreiheit.

Trump ignoriert Fragen zu Putin und Cohen

Während des Fototermins hatte die Journalistin Trump mehrmals gefragt, ob er sich von seinem Ex-Anwalt Michael Cohen betrogen fühle und warum Russlands Präsident Wladimir Putin seine Einladung nach Washington noch nicht angenommen hatte. Der US-Präsident hatte Cohen zuvor in der Schweigegeld-Affäre um ein ehemaliges Playmate attackiert. Doch Trump reagierte auf die Fragen lediglich mit einem abweisenden "Vielen Dank". Nach dem Termin wurde Collins ihren eigenen Angaben zufolge von einer späteren Pressekonferenz mit Trump und Juncker im Rosengarten des Weißen Hauses ausgeschlossen.

Korrespondentenvereinigung WHCA steht hinter Collins

U.S. President Donald Trump participates in a roundtable discussion on workforce development at Northeast Iowa Community College in Peosta, Iowa, U.S., July 26, 2018.  REUTERS/Joshua Roberts
Hat Stress mit einer CNN-Journalistin: US-Präsident Donald Trump.
© REUTERS, JOSHUA ROBERTS, JPR/SAV/JRB

Der Sender CNN äußerte in einer Stellungnahme, dass eine solche Vergeltungsmaßnahme des Weißen Hauses nicht für eine "offene und freie Presse" stehe. Auch die Korrespondentenvereinigung WHCA sprach sich gegen den Vorfall aus: "In unserer Republik unterstützt die WHCA das Recht aller Reporter, ihren Aufgaben ohne Furcht vor Repressalien der Regierung nachzugehen", sagte der Präsident der Vereinigung, Oliver Knox.

Trump-Sprecherin Sarah Sanders begründete die Ausladung der CNN-Reporterin damit, dass Collins ihre Fragen geschrien und sich geweigert habe, den Termin zu verlassen. Schließlich unterstütze das Weiße Haus die Pressefreiheit.

Im Video sehen Sie die hektischen Szenen des Fototermins im Weißen Haus.