"Tokio Hotel"-Star musste sogar ins Krankenhaus

Cluster-Kopfschmerz: Auch Tom Kaulitz (33) ist betroffen! Doch was ist das eigentlich?

Tom Kaulitz bei einem Event.
Auch Tom Kaulitz leidet unter Cluster-Kopfschmerzen. Aber was ist das überhaupt?
R4179 Dave Bedrosian/Geisler-Fotopress, Foto: Geisler-Fotopress/Bedrosian

Kopfschmerzen sind ein Volksleiden. Aber es gibt auch Menschen, die so stark davon betroffen sind und zum Beispiel unter schweren sogenannten Cluster-Kopfschmerzen leiden – und sogar in die Notaufnahme müssen, so wie „Tokio Hotel“-Star Tom Kaulitz. Im gemeinsamen Podcast mit Zwillingsbruder Bill erzählt er von den höllischen Schmerzen. Doch was genau sind Cluster-Kopfschmerzen eigentlich?

So schmerzhaft sind Cluster-Kopfschmerzen

In „Senf aus Hollywood“ erklärt der Ehemann von Topmodel Heidi Klum: „ Mein Low war auf jeden Fall die Clusterkopfschmerz-Phase, über die ich aber gar nicht gerne rede, weil ich mir denke, dass ich die damit sofort wieder anziehe.“ Doch was genau sind das für Kopfschmerzen?

In Deutschland sind etwa 120.000 Menschen vom sogenannten Bing-Horton-Syndrom betroffen, vor allem aber Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Die Cluster-Kopfschmerzen, bei denen es sich um eine intensive Kopfschmerzattacke handelt, die meist auf einer Seite auftritt, können jedoch Menschen jedes Alters und Geschlechts treffen. Die zeitlichen Abstände zwischen den Attacken variieren und sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während es manche nur alle paar Monate erwischt, haben andere wiederum teils jeden Tag eine Episode. Die Dauer einer Attacke dauert meistens zwischen 15 und 180 Minuten.

Das Schlimme: Menschen, die oft von den fiesen Schmerzen ereilt werden, können dadurch sogar eine Depression entwickeln, denn: Betroffene beklagen oft eine verminderte Lebensqualität. Auch Tom Kaulitz habe das aus der Bahn geworfen. Er musste aufgrund der heftigen Schmerzen zuletzt häufiger ins Krankenhaus und sogar in die Notaufnahme gebracht werden, wie Bill Kaulitz (33) erzählt.

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"Es ist ein Schmerz, als ob in einem ein Teufelchen sitzen würde, der mit dem Messer hinter das Auge sticht"

Auch im Netz finden sich viele Videos von Betroffenen. Cluster-Kopfschmerzen gelten als die schlimmsten Kopfschmerzen überhaupt, Betroffene geben dem Schmerz häufig den Wert 10 an: den höchsten Wert auf der Schmerzskala.

Auch Dagmar aus Augsburg leidet an den sogenannten Selbstmord-Kopfschmerzen. Bei der 52-Jährigen ist die Krankheit vor vier Jahren ohne Vorwarnung aufgetreten: „Es ist ein Schmerz, als ob in einem ein Teufelchen sitzen würde, der mit dem Messer hinter das Auge sticht", sagt sie.

Im Video: Wann zum Arzt mit Kopfschmerzen? Vorsicht bei diesen Anzeichen!

Wann zum Arzt mit Kopfschmerzen? Vorsicht bei diesen Anzeichen
03:03 min
Vorsicht bei diesen Anzeichen
Wann zum Arzt mit Kopfschmerzen?

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Kopfschmerzen gelten als echte Volkskrankheit

Ganz so schlimm ist es bei Christine zum Glück noch nicht. Doch auch sie leidet: nicht unter Cluster-Kopfschmerzen, sondern unter Migräne seitdem sie elf Jahre alt ist. „Man hat das Gefühl gehabt, hinter dem Rücken wurde über einen geredet: 'Ach, warum fehlt die denn schon wieder, die hat doch gar nichts'. Man wünschte denjenigen einmal eine Migräne-Attacke, damit sie wissen, wie der Schmerz wirklich ist", sagt Christine.

Dabei ist Migräne eine echte Volkskrankheit. Rund zwölf Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Und ähnlich wie bei den Cluster-Kopfschmerzen fühlen sich die Patienten oft missverstanden und hilflos. Doch so genannte Neurostimulatoren könnten helfen. Peter aus Belgien hat sich so einen in den Nacken einsetzen lassen. Leichte Impulse sollen dafür sorgen, dass der Schmerz im Gehirn nicht mehr weitergeleitet wird. Anfangs haben die die Impulse geholfen, den Schmerz in den Griff zu bekommen. Doch wenige Wochen nach der OP war wieder alles wie vorher.

Peter denkt ernsthaft über Sterbehilfe nach, die in Belgien unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Jetzt haben seine Ärzte ihm eine erneute Operation vorgeschlagen, in die Peter nun seine ganze Hoffnung setzt, um endlich schmerzfrei leben zu können.