Cloud Computing: Das müssen Sie jetzt wissen

02. März 2016 - 15:06 Uhr

Wie sicher sind die Datenspeicher?

'Cloud Computing'`ist beliebt und simpel. Die User können ihre Daten direkt im Internet abspeichern und abrufen - in einer Cloud - einer Wolke. Doch Datenschützer schlagen Alarm. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Die Cloud-Kunden sind noch lange nicht auf 'Wolke 7'. Datenschützer warnen vor Sicherheitslücken.
Cloud-Kunden sind noch lange nicht auf 'Wolke 7'. Datenschützer warnen vor Sicherheitslücken.
© dpa, Peter Steffen

Die Cloud - was ist das eigentlich?

Der Begriff 'Cloud' stammt aus dem Englischen und bedeutet Wolke. Er steht für ein neues Speicher-Medium, vergleichbar mit einer Computer-Festplatte oder einem riesigen Speicherstick im Internet. Daten, Software-Programme oder auch Musik, Filme und Fotos können in der Cloud abgelegt werden. Der Vorteil: Theoretisch kann der Nutzer von jedem Ort der Welt und mit verschiedenen Geräten auf seine Daten zugreifen, vorausgesetzt es besteht eine Internetverbindung. Zudem spart die Technik Kosten für Festplatten. Natürlich schweben die Daten nicht in der Luft - sie sind in Serverfarmen internationaler Firmen abgespeichert. Und zwar rund um den Globus. Der User zahlt für den zur Verfügung gestellten Speicherplatz.

Wo liegen die Probleme?

Die Technik steht. Was fehlt, sind verlässliche Standards für den rechtlichen Rahmen. In den USA erlauben Anti-Terrorgesetze wie der 'Patriot Act' den Sicherheitsbehörden nahezu unbegrenzten Zugriff auf alle Daten, die irgendwo im Land gespeichert sind. Datenlecks und Hackerattacken auf das 'Playstation Network' von Sony und andere Netzwerke haben die Kundschaft misstrauisch gemacht - die berechtigte Frage ist, ob die Daten sicher sind. Kein Wunder, denn die Cloud bietet Datendieben reichlich Beute: Neben Musik-Dateien und Fotos werden häufig auch Kreditkartennummern und andere sensible Daten im Netz gespeichert.

TÜV-Siegel Fehlanzeige

Gibt es ein TÜV-Siegel für Cloud-Anbieter?

Nein, leider nicht. Es gibt aber schon entsprechende Initiativen - etwa von der 'TÜV Trust IT GmbH', einem Unternehmen der Gruppe TÜV Austria. Die Cloud-Anbieter und die Politik müssen sich zudem noch auf verbindliche Schutzniveaus einigen. Bei einem Anbieterwechsel muss zum Beispiel garantiert sein, dass die Daten vom alten Anbieter auch tatsächlich gelöscht werden. Die Deutsche Telekom will mit Datenschutz und Sicherheit punkten. Angeblich fließen dort die Kundendaten über abgeschottete Leitungen, die Daten verlassen also nie die Telekom-Infrastruktur.

Welche Unternehmen bieten Clouds an?

Die Telekom will den neuen Riesenmarkt mit ihren weltweit 90 Rechenzentren erobern. Aber die Konkurrenz ist groß: IT-Unternehmen wie Apple, Microsoft, Google, Amazon oder SAP werben um Cloud-Kunden. Bis 2016 soll das Marktvolumen auf 17 Milliarden Euro steigen - davon mehr als 6 Milliarden im Geschäft mit Privatkunden.