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Cleverer Trick: Wie Sie fast umsonst an leckere Lebensmittel kommen

Nachhaltig, sparsam und lecker

Cleverer Trick: Wie Sie fast umsonst an leckere Lebensmittel kommen

Frau schaut in den Kühlschrank.
Damit der Kühlschrank voll ist, müssen wir aktuell tiefer in die Tasche greifen.
iStock, iStockphoto

von Lauren Ramoser

Wer Lebensmittel vor der Tonne rettet, schont Geldbeutel und die Umwelt gleichermaßen. Denn bei den verschiedenen Möglichkeiten bekommen Sie viele Produkte ganz umsonst oder für wenig Geld. Wir erklären, wo Sie welche Lebensmittel einfach und günstig retten können.

Kostenlos und bundesweit vertreten: Foodsharing

In vielen Städten und Gemeinden gibt es Foodsharing-Gruppen. Dort organisieren sich Freiwillige und holen bei Supermärkten, Landwirten und Restaurants Lebensmittel ab, die dort sonst weggeworfen würden.

Vielerorts gibt es offizielle Fairteiler (Wortspiel aus „Verteiler“ und „fair“), etwa Fahrräder mit großen Körben oder umgebaute Telefonzellen an zentralen Punkten, die von den Freiwilligen regelmäßig mit geretteten Produkten bestückt werden. Dort kann sich dann jeder bedienen. Wo solche Fairteiler stehen, ist im Netz aufgelistet.

Lese-Tipp: Gratis-Lebensmittel: Kann eine Familie nur von Foodsharing leben?

Aber auch in Facebook-Gruppen posten die Retter, wenn es kostenlose Lebensmittel abzuholen gibt. Die Lebensmittel durch Foodsharing sind kostenlos, wer sich engagieren will, kann sich online anmelden.

  • Besonders gut geeignet für Städter, denn dort sind die Netzwerke an Rettern am besten ausgebaut.

Lese-Tipp: Wenig wegwerfen, viel sparen: Wie lange Sie abgelaufene Lebensmittel wirklich essen können

Spazieren gehen und Früchte sammeln: Mundraub

Beeren und Obst sind gerade im Sommer ein Highlight, in den Supermärkten und Discountern aber oftmals nicht ganz billig. Wer Lust hat, kann sie daher auch selbst pflücken. Eine deutschlandweite Karte zeigt auf Mundraub.org, an welchen Stellen was wächst – und mitgenommen werden darf. Das Netzwerk wächst durch private Tipps.

Zusätzlich erklärt die Seite, welche Früchte aktuell Saison haben und wie Sie sie erkennen. Über die Kommentarfunktion lassen sich bereits erstellte Standorte leicht für die nächsten hungrigen Sucher aktualisieren.

  • Besonders attraktiv für Spaziergänger, Familien und Hundehalter, die sowieso gerne draußen sind und alle, die auf dem Land wohnen.
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Übriggebliebenes günstig retten: Apps wie „Too good to go“

Insbesondere in Städten gibt es eine ganz einfache Option zum günstigen Einkaufen: Apps wie „Too good to go“ (zu Deutsch: „Zu gut für die Tonne“). Dort werden alle möglichen Lokale, Bäckereien, Supermärkte und sogar Hotels gelistet, die zu bestimmten Zeiten sogenannte „Magic Bags“ abgeben. Dabei bekommt man durch die Beschreibung eine Idee, um welche Produkte es sich handelt, ganz genau weiß man es aber nicht.

Diese Tüten kosten etwa ein Drittel des Originalpreises und sind meistens sogar noch sehr viel umfangreicher. Als Beispiel: Bei einer Bäckerei gibt es nachmittags zwischen 17 und 18 Uhr eine Backwaren-Tüte für 3,90 Euro. Enthalten sind dann beispielsweise ein Brot, 10 Brötchen und mehrere Teilchen. Durch die Bewertung der jeweiligen Läden durch andere Nutzer bekommen Sie leicht einen Einblick, ob sich das Angebot lohnt.

Für ein Bruchteil des Preises kommen so Obst- und Gemüsetüten, Backwaren und sogar Getränke, Gewürze oder Buffet-Essen zusammen.

  • Besonders geeignet sind die Angebote für alle, die zeitlich flexibel sind und kreativ kochen können. Aktuell ist das Angebot in den Städten größer. Wer auf dem Land wohnt, kann den heimischen Marktleiter oder die Bäckerei auf ein solches Angebot ansprechen, schließlich verdienen die Läden zumindest noch ein paar Euro an den übrig gebliebenen Produkten und erweitern ihren Kundenstamm.

Lese-Tipp: Alltagsfrage: Dürfen Supermärkte abgelaufene Lebensmittel verkaufen?

Gerettete Backwaren für 3,90 Euro von einem Kölner Bäcker.
Gerettete Backwaren für 3,90 Euro von einem Kölner Bäcker.
Lauren Ramoser

Gut zu Lagerndes einfach bestellen: „Motatos“

Im Gegensatz zu den bisherigen Möglichkeiten liefert der Online-Markt Motatos bundesweit und ist somit für alle nutzbar. Dort können Kunden Restposten-Lebensmittel bestellen. Bislang sind das vor allem Getränke, Nudeln, Süßigkeiten, Gewürze, aber auch Babynahrung und Drogerie-Produkte. Laut Motatos sparen Kunden dabei bis zu 80 Prozent zum regulären Preis. Doch wo kommen diese Produkte zu den günstigen Preisen her?

Im Gespräch mit RTL erklärt Motatos-Deutschlandchef Alexander Holzknecht: „Wir haben ein etabliertes Netzwerk mit unseren Hersteller-Partnern. Der Hersteller ruft uns an und sagt: Das ist die Produktmenge, die im Handel nicht mehr platziert werden kann.“ Der Preis des Online-Supermarkts hänge dann von der Menge und dem Produkt selbst ab. „Wie lange ist das Produkt noch haltbar? Hat es Verpackungsfehler oder Verpackungsänderungen?“, erklärt Holzknecht.

  • Motatos eignet sich vor allem für alle auf dem Land, denn hier sind die Kunden nicht an das Netzwerk der Städte gebunden. Wer sich einen haltbaren Vorrat anlegen will, ist hier genau richtig.

Auch im eigenen Kühlschrank lassen sich Lebensmittel retten

Die aufgeführten Retter-Optionen setzen an verschiedenen Stellen in der Lebensmittel-Kette an: Mundraub, Foodsharing, Online-Supermarkt Motatos und Läden wie „The Good Food“ retten Lebensmittel schon beim Hersteller. Apps wie „Too Good to go“ sorgen dafür, dass Läden und Restaurants weniger wegwerfen müssen.

Aber auch wir Endverbraucher können was gegen Lebensmittel-Verschwendung tun! Denn wer seinen Kühlschrank gut organisiert, schmeißt weniger weg. Doch das ist nicht der einzige Tipp, um selbst weniger Lebensmittel-Müll zu produzieren:

  • Sinnvoll einkaufen: Kaufen Sie nur Produkte, die Sie auch wirklich essen – eine Einkaufsliste kann helfen. Experimente sind ok, sollten aber nicht dazu führen, dass Sie immer wieder Dinge wegwerfen, die Ihnen nicht schmecken.
  • Speiseplan erstellen: Wer die Wocheneinkäufe mit einem sinnvollen Essensplan kauft, wirft weniger weg – einfach weil nichts ungenutzt übrig bleibt und schlecht wird.
  • Kochen lernen: Wir müssen nicht alle Sterneköche sein, sollten aber die Produkte, die im Kühlschrank landen, verarbeiten können. Auch aus Resten lassen sich leckere Gerichte zubereiten. Inspirationen für die Resteverwertung finden Sie bei Chefkoch oder auf kochbar.de . Dort können Sie die Zutaten eingeben, die Sie zuhause haben und bekommen leckere Rezepte vorgeschlagen.
  • Gut wirtschaften: An manchen Tagen bleiben Produkte einfach übrig. Wenn Sie nicht zwei oder drei Tage am Stück das gleiche Gericht essen möchten, frieren Sie die Reste ein. Viele frische Lebensmittel, beispielsweise Kräuter, lassen sich wunderbar einfrieren. Oder verwerten Sie Gekochtes noch weiter. Aus der restlichen Bolognese kann so am Folgetag eine Lasagne werden. Wer mitdenkt, spart langfristig.
Lese-Tipp: Der große Test – was kann man alles einfrieren?

Lebensmittel zu retten ist zugegebenermaßen etwas aufwändiger, als einfach in den Supermarkt zu gehen. Doch es spart auch richtig viel Geld und ist noch dazu sehr nachhaltig.