Cleveland: Polizei-Video veröffentlicht - 12-Jähriger ohne Zögern erschossen

06. Dezember 2015 - 10:22 Uhr

Rassistische Polizei-Gewalt in den USA

Die Jury-Entscheidung in Ferguson, den Polizisten, der die tödlichen Schüsse auf Michael Brown abgab, nicht anzuzeigen hat für große Empörung gesorgt. Der US-weite Protest zeigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung der Meinung ist, dass Amerika noch immer ein Rassismus-Problem hat. Im Allgemeinen und vor allem bei der Polizei. Neuen Diskussionsstoff bietet jetzt ein Polizeivideo, das zeigt wie vor wenigen Tagen in Cleveland ein 12-Jähriger erschossen wurde.

Cleveland: Polizei-Video veröffentlicht - 12-Jähriger ohne Zögern erschossen
Ausschnitt aus dem Polizeivideo von Cleveland zeigt Zwölfjährigen mit Spielzeugwaffe.
© Reuters, HANDOUT

Polizisten hatten den schwarzen Jungen getötet, der in einem Park mit einer Spielzeug-Pistole hantierte. Auf den Bildern ist jetzt zu sehen: Die Schüsse fallen, ohne dass der Polizist lange zögert – angeblich wussten die Polizisten nicht, dass es nur eine Plastikwaffe ist. Laut der Polizei ähnelte sie einer halbautomatischen Waffe, weil ein orangefarbenes Zeichen, das sie als ungefährlich ausgewiesen hätte, abgekratzt gewesen sei.

Fragen wirft dabei die Tatsache auf, dass die Person, die den Vorfall der Polizei meldete, in ihrem Anruf bei der Polizei darauf hingewiesen hatte, dass die Waffe "wahrscheinlich nicht echt" und die Person "wahrscheinlich ein Jugendlicher" sei. Dieses soll den Polizisten nicht mitgeteilt worden sein. Selbst, wenn das den Tatsachen entspricht, war das eine eklatante Fehlleistung der Polizei.

Russische Zeitung spottet

Edward Tomba von der Polizei Cleveland sagte dazu: "Wir zeigen das nicht um jemanden zu entlasten. Es ist ein tragischer Fall bei dem ein Mitglied unserer Gemeinschaft sein Leben verloren hat. Wir haben zwei Officer, die dort waren um die Öffentlichkeit zu schützen und etwas tun mussten, was niemand tun möchte." Wobei die Frage, ob sie es tun mussten, offen bleibt.

Amerika hat ein Problem, vielleicht nicht "seinen Maidan", wie die russische Zeitung 'Iswestija' den USA gestern süffisant unterstellte, aber ein Problem im Umgang mit Minderheiten und Rassismus. Daran konnte auch der erste schwarze US-Präsident, Barack Obama, nichts ändern.