Chaos im Revier!

FC Schalke zerlegt sich selbst

01. Juli 2020 - 10:35 Uhr

Kommentar von Klaus Jakob

Nach all den sportlichen und wirtschaftlichen Offenbarungseiden in dieser Saison und den Skandalen in den vergangenen Jahren schmeißt jetzt auch noch der Oberboss die Brocken hin, weil Fleischunternehmer Clemens Tönnies das Wasser bzw. Corona bis zum Hals steht .

Video: Aktuelle Lage bei Schalke

Schalke ist ein Scherbenhaufen

Der Aufsichtsratsvorsitzende ist zurückgetreten und hinterlässt einen Scherbenhaufen.
Finanzchef Peter Peters hatte zuvor schon kapituliert und zum 30. Juni 2020 hingeworfen . Wohlwissend, dass der Club fast 200 Millionen Euro Schulden hat – und auch auf Druck der Öffentlichkeit. Ausgerechnet in schlechten Zeiten wie diesen (keine Ticketeinnahmen wegen Corona und Geisterspielen) forderte er die Fans auf, auf ihre Rückerstattungen für bereits bezahlte Eintrittskarten zu verzichten. Und nur über Härteanträge könnte man Geld zurückbekommen. Eine unterirdische Außendarstellung .

Der gesunde Menschenverstand ist auf Schalke verschütt gegangen gut anderthalb Jahre nach der Schließung der letzten Zeche. Apropos, wer soll die Zeche für Misswirtschaft am Ende zahlen? Anscheinend das Land. Wie sonst ist zu erklären, dass sich Nordrhein-Westfalen laut "Handelsblatt" bereit erklären will, eine Bürgschaft für einen Kredit über 35 Millionen Euro für den zusammengebrochenen Club zu übernehmen. In Zeiten von Corona mit Tausenden von Toten und wirtschaftlichen Insolvenzen von Privatbürgern und Unternehmen grenzt das an Landesverrat. Fragen Sie nach beim Steuerzahler!

Video: Köster - "Rücktritt war überfällig"

Letzte Chance für Neuanfang in Gelsenkirchen

Da nutzt es auch nichts. jetzt auf Schalke medienwirksam die Gehaltsobergrenzen verkünden zu wollen. Am Mittwoch gibt es auf einer Pressekonferenz wohl Antworten dazu. Aber vermutete 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt pro Profi hätte nicht einmal das gesamte Team nach den blamablen Leistungen der Rückrunde verdient. Und im realen Leben können sich viele der drei Millionen Arbeitslosen hierzulande (viele durch die Corona Krise) nicht einmal die Miete für ihre einfachen Wohnungen leisten. So heißt es zum x-ten Male im Revier: Schicht im Schacht

Vielleicht ist diese Bruchlandung der einstigen Eurofighter aber auch die letzte Chance zu einem Neuanfang in Gelsenkirchen. Schalke braucht ab sofort Experten auf allen Gebieten. Und ganz wichtig dabei: Der Einzelne muss sich beim Neuaufbau in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Die Königsblauen Knappen brauchen wieder Arbeiter und müssen sich den Erfolg aus eigener Kraft redlich verdienen. Das gilt für die künftige Vereinsführung wie auch für alle, die S04 auf dem blau-weißen Shirt diesmal lange nur spazieren trugen. Glück auf … das brauchen sie jetzt im Pott und natürlich Kohle. Oder einfach einen neuen Schalker Kreisel. Kurze Pässe, viel gemeinsam laufen, aber auch treffen. Vor allem die richtigen Entscheidungen. Noch lebt der Mythos Schalke 04.