14. Juni 2019 - 10:33 Uhr

Von Gregor Keitel aus dem RTL-Hauptstadtstudio Berlin

Bei der Innenministerkonferenz geht es auch um den verstärkten Kampf gegen Clan-Kriminalität gehen. Ein Problem vieler deutscher Großstädte - arabische Großfamilien, die sich über das Gesetz stellen. Waffen- und Drogenhandel, Erpressung, Raub, Körperverletzung sind nur einige Straftaten, die dort zur Tagesordnung gehören. Das Vorgehen der Berliner Sicherheitsbehörden soll nach Wunsch der Landesregierung jetzt auf Deutschland ausgeweitet werden.

Clan-Bekämpfung nach Berliner Vorbild

Verstärkte Razzien, Führerschein- und Autokontrollen, Überraschungsbesuch des Gesundheitsamts in der Restaurantküche – in Berlin geht die Landesregierung vermeintlichen Clan-Mitgliedern gerne immer wieder und öfter auf die Nerven. "Niederschwelliges Eingreifen im Vorfeld" nennt sich das dann in Beamtendeutsch und es zeigt anscheinend Wirkung. Denn die Landesregierung in Berlin will das Vorgehen gegen die Clan-Kriminalität zum Vorbild für den Rest der Republik machen. "Wir brauchen ein länderübergreifendes und koordiniertes Vorgehen der Sicherheitsbehörden gegen Clankriminalität. Das Berliner Vorgehen bietet die Blaupause für ein solches nationales Clanbekämpfung-Konzept", fordert Berlins Innensenator Andreas Geisel.

Konzept der Hauptstadt für ganz Deutschland?

ARCHIV - 12.01.2019, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Polizisten sichern während einer Razzia von Zoll und Polizei eine Shisha-Bar. (zu dpa «Experten: Clans nur mit viel Geduld und Ausdauer zu besiegen») Foto: Bernd Thissen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Kampf gegen Clan-Kriminalität - wie hier in Berlin
© dpa, Bernd Thissen, bt hpl fux gfh

Ob das Vorgehen in Berlin auch für andere Großstädte in Frage kommt, ist ab Mittwoch Thema in Kiel. Dort kommen bei der Innenministerkonferenz die Sicherheitshüter aller Länder zusammen. Drei Tage lang beraten sie zu verschiedenen Themen. Bei der Clan-Bekämpfung gibt es noch weitere Forderungen. Einige Unions-Minister würden gerne noch weiter gehen und Clan-Kriminellen die deutsche Staatsangehörigkeit wieder aberkennen. Ein Großteil der Verdächtigen hat aber nur einen deutschen Pass.

Parallel-Gesellschaften bilden sich

Die arabischen Clans stellen sich meist über das Gesetz – machen sich ihre eigenen Regeln und klären Konflikte unter sich. Deutlich wird das auch immer wieder bei Hochzeitsfeiern großer Familien. Die Polizei stellt bei Kontrollen regelmäßig Schusswaffen sicher. Autokorsos sperren für sich ganze Straßen – sogar Autobahnen – ohne Rücksicht auf Unfälle oder Verletzte.

"Bei uns Ausländern ist das eben so", erklärt ein Insider im RTL-Interview. Er war schon auf mehreren solcher Clan-Hochzeiten. "Man holt seine sch*** Waffe raus und schießt einfach für ihn, dass es lange hält", sagt der Mann, der unerkannt bleiben will.

Strafverfolgung ist äußert schwierig

Innensenator Geisel setzt auf die Kombination der Maßnahmen. Konsequente Verfolgung und Ahndung, mehr Gewerbe- und Finanzkontrollen oder auch Vermögen einziehen, all das habe bisher Wirkung gezeigt. "Mit diesem integrierten Ansatz sind wir sehr erfolgreich", sagte Innensenator Geisel. "Die Beschlagnahme von 77 Immobilien und den damit verbundenen Mieteinnahmen waren wichtige Schritte, um klarzumachen: Wer Eigentum auf kriminellen Weg erwirtschaftet, dem wird der Staat es wieder wegnehmen."

Aber es gibt auch weiterhin viele ungeklärte Fälle. Der prominenteste sicherlich der Goldmünz-Raub im Berliner Bode-Museum - oder Überfälle auf Geldtransporter. Das erbeutete Geld wandert dann oft ins Ausland. Und die Justizbehörden haben da weiterhin große Schwierigkeiten Täter wie Beute ausfindig und dingfest zu machen.

Mehr zu Clans in Deutschland sehen Sie in unserer großen TVNOW-Doku "Clans in Deutschland".