Prozess gegen Ahmad Miri beginnt

Schlug der Clan-Boss eine Zweifachmutter mit dem Holzknüppel?

15. Januar 2020 - 10:18 Uhr

Ahmad Miri gelangweilt vor Gericht

Seit Mittwoch wird dem Berliner Clan-Boss Ahmad Miri der Prozess gemacht. Ihm werden zweifache gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Eine alleinerziehende Mutter soll er mit einem Stock verprügelt haben. Zuvor hatte er die Berliner Justiz jahrelang mit unterschiedlichen Identitäten an der Nase herumgeführt. Als Ahmad Miri am Mittwochmorgen vor Gericht erscheint, gibt er sich gelangweilt und demonstriert seine Verachtung vor dem Staat und der deutschen Justiz.

Clan-Boss nennt sich gerne „Patron"

Ahmad Miri Prozess
Vor Gericht war Ahmad Miri am Mittwoch nicht so zeigefreudig wie auf seinen Social-Media-Kanälen
© RTL Interactive, privat

Auf seinen Social-Media-Kanälen zeigt sich Ahmad Miri, der sich selbst gern "Patron" nennt, als protziger Autofan mit Hang zu ehrgeizigem Muskelaufbausport. Dahinter steckt ein Mann, dem vorgeworfen wird, eine Frau mit einem Holzknüppel gegen den Kopf geschlagen zu haben. So habe er ihr "standesgemäßes Verhalten" beibringen wollen, hatte Miri die Tat gerechtfertigt. Die zweifache Mutter ist die Ex-Partnerin eines Rapper-Freundes von Miri. Das Ex-Paar hatte sich über den Umgang des gemeinsamen Kindes gestritten. Die alleinerziehende Mutter ist laut ihrer Anwältin seit dem Angriff psychisch angeschlagen. Benachbarte Zeugen berichten, wie verängstigt die junge Mutter bei der brutalen Attacke von Ahmad Miri war und wie sie weinend ihr Kind im Arm hielt.

Laut Gericht feuerte Ahmad Miri außerdem Silvester 2018 eine Pistole mehrfach auf offener Straße ab. Darüber hinaus soll der Clan-Boss im Februar 2019 einen Bargast beschimpft und geschlagen haben. Weil er seinen strengen Meldeauflagen nicht nachkam, sitzt Miri seit Ende letzten Jahres in Untersuchungshaft.

Die unterschiedlichen Identitäten des Ahmad Miri

Über Jahre "sammelte" Ahmad Miri mit unterschiedlichen Identitäten Strafverfahren. Mal war er im Libanon, dann wieder in der Türkei geboren. Aktuell gehen die Behörden davon aus, dass Miri in Wirklichkeit Süleiman A. heißt und Syrer ist. Er ist mit seiner Ehefrau und mehreren Kindern in Berlin-Moabit gemeldet und bezog wohl Sozialhilfe. Er selbst gab vor Gericht an, angestellter Manager zu sein.

Langer Prozesstag

Dass es am Mittwoch zu einem Urteil kommt, ist unwahrscheinlich. Insgesamt sind zwölf Zeugen geladen. Insider erwarten, dass der Prozess mit einer langjährigen Haftstrafe ohne Bewährung für Ahmad Miri endet.