Bremen bittet zur Kasse

Clan-Boss Miri soll seine Abschiebung selbst zahlen

Ibrahim Miri ist zum zweiten Mal in den Libanon abgeschoben worden.
Ibrahim Miri ist zum zweiten Mal in den Libanon abgeschoben worden.
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24. November 2019 - 12:04 Uhr

Mindestens fünfstellige Rechnung wartet auf Miri

Ibrahim Miri ist seit Samstag zurück im Libanon. Zum zweiten Mal wurde er aus Deutschland abgeschoben. Bei seiner Ankunft in Beirut pöbelte der Clan-Boss gegen eine RTL-Reporterin - sie solle sich "verpissen". Möglicher Grund für seine schlechte Laune: Die mindestens fünfstellige Rechnung für seine beiden Abschiebungen soll er selbst zahlen. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

Im Video: Ibrahim Miri beschimpft RTL-Reporterin

Miri wurde in einer aufwändigen Aktion in den Libanon abgeschoben

Der Zeitung zufolge betragen die Kosten für seine erste Abschiebung im Juli fast 65.000 Euro. Davon müsse er die Hälfte zahlen, da noch ein weiterer Mann gleichzeitig mit ihm abgeschoben wurde, so der Bericht. Wie viel seine zweite Abschiebung gekostet hat, ist unklar.

Miri war am Samstag gegen 10.00 Uhr deutscher Zeit mit einem Learjet in Beirut gelandet. Dabei wurde er von mehreren Bundespolizisten begleitet. Günstig dürfte die Nacht-und-Nebel-Aktion nicht gewesen sein.

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Land Bremen schickt Rechnung an Miri

Die Bundespolizei hatte der "BamS" zufolge eine Rechnung an die Bremer Ausländerbehörde gestellt. Die hat die Kosten vorerst erstattet, aber will sich das Geld jetzt offenbar bei Miri zurückholen. Eine Sprecherin des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer (SPD) bestätigte der Zeitung, dass ein Kostenbescheid in Bearbeitung sei. "Dieser wird unabhängig von seinem Aufenthaltsort seinem Anwalt zugestellt werden", so die Sprecherin.

Rechtslage: Abschiebungen müssen fast immer selbst gezahlt werden

Dass Miri die Kosten selbst tragen soll, liegt nicht etwa an seiner zweifelhaften Prominenz oder der vergleichsweise aufwändigen Abschiebung - es ist schlicht und einfach Gesetz. Nach § 66 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes hat die "Kosten, die durch die Durchsetzung einer räumlichen Beschränkung, die Zurückweisung, Zurückschiebung oder Abschiebung entstehen" der Ausländer selbst zu tragen.