Abschiebung aus Deutschland

Clan-Boss Miri ist zurück im Libanon

Ibrahim Miri ist zum zweiten Mal in den Libanon abgeschoben worden.
Ibrahim Miri ist zum zweiten Mal in den Libanon abgeschoben worden.
© RTL

23. November 2019 - 17:00 Uhr

Innenministerium bestätigt Abschiebung

Der Boss des Miri-Clans, Ibrahim Miri, ist am Samstagmorgen wieder in den Libanon abgeschoben worden. Erst am Freitag war sein Eilantrag gegen den negativen Asylbescheid sowie eine Beschwerde gegen seine Abschiebehaft abgelehnt worden. Das Innenministerium bestätigte, dass Miri wieder in Beirut sei. Zuerst hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Miri landete gegen 10:00 Uhr in Beirut

Der mehrfach vorbestrafte Mann sei gegen 10.00 Uhr von der Bundespolizei an die libanesischen Behörden in der Hauptstadt Beirut übergeben worden. Das teilte das Bundesinnenministerium am Samstag mit.

"Ich möchte allen Beteiligten danken, dass die Abschiebung im Fall Miri so schnell möglich war. [...] Dieser Fall hat gezeigt, was bei einer guten Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rückführungsgeschehen möglich ist", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus sagte bei n-tv zum Fall Miri, dass man "gerade noch mal mit einem blauen Auge davongekommen" sei.

Laut der "BamS" wurde Miri mit einem Lear-Jet in den Libanon geflogen. Beamte der Bundespolizei sollen ihn begleitet haben. Wie "Spiegel Online" berichtet, sei die Abschiebung früher als geplant vollzogen worden, weil ein Befreiungsversuch befürchtet worden sei.

Zweite Abschiebung für Ibrahim Miri

Der wegen bandenmäßigen Drogenhandels verurteilte Straftäter war bereits im Juli zum ersten Mal in den Libanon abgeschoben worden – nachdem er bereits viele Jahre lang ausreisepflichtig war. Ende Oktober tauchte er wieder in Bremen auf, stellte einen Asylantrag und wurde festgenommen. Der Asylantrag wurde abgelehnt, Miri saß wochenlang in Abschiebehaft.

Seine erneute Abschiebung wollte er mit einer Klage verhindern. Das Bremer Verwaltungsgericht lehnte seinen Eilantrag und seine Beschwerde gegen die Abschiebehaft jedoch am Freitag ab. Der Clan-Chef stellte aus Sicht des Gerichtes eine Gefahr für die Allgemeinheit in Deutschland dar. Es könne nicht angenommen werden, dass Miri im Libanon eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zu erwarten habe oder ihm dort eine konkrete Gefahr für Leib und Leben wegen Blutrache drohe, so das Gericht.