Cincinnati: Teenager wird von Autorückbank erdrückt - Rettungskräfte hielten Anruf für einen Scherz

02. Mai 2018 - 14:05 Uhr

Zusammenfaltbare Rückbank schlug plötzlich um

Als der 16-jährige Kyle aus Cincinnati den Notruf wählte, wusste er, dass ihm nicht viel Zeit blieb. Der Schüler wollte nur eben seine Tennisausrüstung aus dem Kofferraum seines Minivans holen, als die zusammenfaltbare Rückbank plötzlich umschlug und ihn einklemmte. Die Polizei nahm seinen Notruf jedoch nicht ernst – mit tragischen Konsequenzen. Stunden später fand Kyles Vater den Teenager tot in seinem Auto.

Kyle erstickte langsam unter der Rückbank

Der tragische Unfall ereignete sich bereits am 10. April vor der Privatschule 'The Seven Hills'. Jetzt wollen die verantwortlichen Behörden in Cincinnati in US-Bundesstaat Ohio Maßnahmen ergreifen, damit so etwas nie wieder passiert. Der Teenager starb, weil sein Brustkorb so stark zusammengepresst wurde, dass er langsam erstickte. Hätten die Rettungskräfte Kyle früher gefunden und befreit, hätte man ihm vielleicht noch helfen können.

"Ich werde hier sterben", sagte Kyle den Rettungskräften am Telefon. Eine Polizeistreife machte sich auf den Weg zu dem Schulparkplatz. Die beiden Polizisten fuhren ein bisschen herum, konnten aber nichts Verdächtiges entdecken. Wie auch? Der Junge steckte schließlich in seinem Auto unter dem Rücksitz fest. "Ich kann niemanden sehen, wie ich erwartet habe", sagte einer der Beamten der Leitstelle ein paar Minuten später.

"Sagen Sie bitte meiner Mutter, dass ich sie liebe"

Kyle, der um sein Leben kämpfte, rief währenddessen wahrscheinlich nur ein paar hundert Meter entfernt wieder den Notruf: "Ich habe wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit, also sagen Sie bitte meiner Mutter, dass ich sie liebe. Das ist kein Scherz", hört man ihn auf den Audiomitschnitten des Anrufs sagen. "Bitte schicken Sie sofort Hilfe. Ich bin fast tot", sagte er langsam und schwer atmend.

Trotzdem fuhren die Polizisten kurz darauf wieder ab, ohne den Teenager oder sein Auto ausfindig gemacht zu haben. Angeblich hatten sie die Beschreibung des Autos nie durchgegeben bekommen. Die Stadt Cincinnati will darum jetzt genau untersuchen wie es zu dieser Panne kommen konnte. Außerdem soll das Personal in der Notrufzentrale besser geschult, sowie von weiteren Kollegen unterstützt werden.

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Kyles Vater fand den toten Teenager

Es war schließlich Kyles Vater, der seinen Sohn abends leblos im Auto auf dem Parkplatz fand. Einer der Freunde des Teenagers hatte bei den Eltern angerufen, um sich zu erkundigen, ob alles in Ordnung sei, weil Kyle nachmittags nicht zum Training erschienen war. Rettungskräfte versuchten noch, den 16-Jährigen wiederzubeleben, aber es war längst zu spät. Kyle hatte vermutlich schon vor Stunden aufgehört zu atmen.