Pandemie hält die Welt in Atem

Chronologie Coronavirus - Die wichtigsten Meldungen vom 3. Mai

04. Mai 2020 - 6:35 Uhr

Lockerungen kommen, aber Länder müssen entscheiden wann

Nach den stundenlangen Beratungen am Donnerstag steht fest: Es wird für Deutschland weitere vorsichtige Lockerungen geben. Spielplätze sollen wieder öffnen, Zoo- und Museumsbesuche, sowie Gottesdienste wieder erlaubt werden. Und auch Hochzeitsfeiern darf es bald wieder geben. Doch Eltern dürften enttäuscht sein: Wann Schulen und Kitas wieder öffnen, soll erst am 6. Mai entschieden werden. Lesen sie hier nach, welches Bundesland, was und ab wann plant.

Alle Infos zum Coronavirus können sie hier nachlesen.

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen den Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".

+++ LIVE-TICKER +++

RTL NEWS empfiehlt

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20:20 Uhr - US-Außenminister: Jede Menge Hinweise darauf, dass Covid-19 aus China-Labor kommt

US-Außenminister Mike Pompeo erklärt, es gebe eine Menge Hinweise darauf, dass das Coronavirus aus einem chinesischen Labor in Wuhan stammt. Die besten Experten würden glauben, der Erreger sei menschengemacht. "Ich habe zu diesem Zeitpunkt keinen Grund, das nicht zu glauben", sagt er dem Sender ABC.

20:01 Uhr - Seehofer: Lockern, aber nur entsprechend der Corona-Entwicklung

Weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nötig, können aber nur entsprechend der Infektionsentwicklung erfolgen. "Es gibt einen großen Auftrag, das ist der Schutz der Gesundheit und des Lebens der Menschen, die hier leben", sagte er am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Und da sind wir sehr erfolgreich, und jetzt müssen wir den Erfolg sichern." Gleichzeitig müssten das gesellschaftliche und das wirtschaftliche Leben wieder in Gang gebracht werden, müssten Arbeitsplätze gesichert und die Konjunktur angekurbelt werden. "Das müssen wir jetzt ins Auge fassen, und das tun wir", sagte er.

18:50 Uhr - Teile der Welt kehren zur Normalität zurück

Teile der Welt kehren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO vorsichtig zur Normalität zurück. Es sei möglich, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen und zu beginnen, ein normales soziales und wirtschaftliches Leben wieder aufzunehmen, sagt WHO-Direktor Mike Ryan Reuters.

18:10 Uhr - Bauernpräsident warnt vor Pommes-Krise in Deutschland

Restaurants und Kantinen sind wegen Covid-19 geschlossen, der Bauernverband warnt vor einer Pommes-Krise in Deutschland. "Die Läger sind voll von Kartoffeln, die eigentlich zu Pommes Frites verarbeitet werden sollten. Das passiert aber nicht, weil die Gastronomie derzeit so gut wie keine Pommes abnimmt", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem Tagesspiegel.

17:21 Uhr - Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt in Niedersachsen auf 10.386

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen ist in Niedersachsen auf 10.386 gestiegen. Das waren 42 Fälle mehr als am Vortag, wie die Landesregierung am Sonntag mitteilte. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der gemeldeten Corona-Infizierten sind wieder genesen, laut Hochrechnung inzwischen 7.894 Menschen.

462 Menschen, die das Virus in sich trugen, sind gestorben. 613 mit dem Virus infizierte Patienten werden in den niedersächsischen Krankenhäusern derzeit behandelt - davon 135 intensivmedizinisch und 95 mit künstlicher Beatmung.

16:15 Uhr - TUI bietet Inlandsreisen in China an

Die TUI-Tochter in China verkauft nach drei Monaten wieder Reisen. Ab sofort würden in der Volksrepublik Inlandsreisen angeboten, teilte der Konzern mit. Vor allem Kurzreisen in die Berge und in chinesische Strandresorts stünden auf dem Programm. Das Angebot würde in den nächsten Wochen Schritt für Schritt erweitert, erklärte TUI-Chef Fritz Joussen. Für Europa forderte Joussen eine verlässliche Perspektive und eine schrittweise Öffnung. "Die EU und die Mitgliedsstaaten sollten einen Fahrplan für Reisen innerhalb Europas entwickeln und den Urlaub 2020 möglich machen." Urlaub im eigenen Land sei ein Angebot, sollte aber nicht die einzige Antwort sein.

15:45 Uhr - Flughafen Wien bietet Corona-Tests an

Bei Ankunft Corona-Test? Für 190 Euro soll das am Flughafen in Wien ab Montag möglich sein.
Bei Ankunft Corona-Test? Für 190 Euro soll das am Flughafen in Wien ab Montag möglich sein.
© dpa

Der Flughafen Wien bietet ab Montag Coronavirus-Tests an, um die bei Einreise in Österreich sonst übliche 14-tägige Quarantäne zu vermeiden. Passagiere können bei Ankunft für 190 Euro auf das Virus getestet werden, teilt der Flughafen mit. Das Ergebnis soll innerhalb von zwei bis drei Stunden vorliegen. Sollte es negativ ausfallen, ist keine Quarantäne notwendig. Bislang müssen Einreisende entweder einen negativen Corona-Befund vorweisen, der nicht älter als vier Tage ist, oder sich für zwei Wochen isolieren.

15:05 - Merkel und Spahn nannten falsche Infektionszahlen

 Angela Merkel, Press Call Coronavirus Crisis DEU, Deutschland, Germany, Berlin, 30.04.2020 Bundeskanzlerin Angela Merkel waehrend der Pressekonferenz nach der Telefonschaltkonferenz mit den Regierungschefs der Laender zu Massnahmen zur Eindaemmung d
40.000 akut Infizierte? Damit lag die Bundesregierung rund um den Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag viel zu hoch.
© imago images/IPON, Stefan Boness/Ipon via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Bundesregierung hat rund um den Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag zu hohe Infektionszahlen genannt. Die Zahl von 40.000 akut Infizierten sei wohl nicht korrekt gewesen, räumte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Wochenende ein. Das Kanzleramt wollte sich am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters nicht äußern. Tatsächlich waren auf Basis der Zahlen der Robert-Koch-Instituts(RKI) am Donnerstag nur gut 29.000 Menschen infektiös. Kanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag nach dem Bund-Länder-Gipfel ebenso wie Gesundheitsminister Jens Spahn von 40.000 gesprochen - also fast ein Drittel mehr als das RKI auswies. Zur gleichen Zeit hatte Spahn diese Zahl in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) genannt.

14:50 Uhr - Polens Auflagen für Pendler fallen weg - allerding nicht für Pflegekräfte

Ab dem 4. Mai gelten neue Regeln für polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren. Laut einer Verordnung der Regierung in Warschau müssen die Pendler bei einer Rückkehr nach Polen nicht mehr wie bislang für 14 Tage in Quarantäne. Diese Regelung gelte allerdings nicht für Menschen, die einen medizinischen Beruf ausüben oder in Pflegeeinrichtungen tätig sind, heißt es in der Verordnung vom 30. April. Am Freitag hatte es in Mecklenburg-Vorpommern auf der deutschen Seite das Grenzübergangs Linken-Lubieszyn einen Protest gegen diese Ausnahmeregelung für medizinisches Personal gegeben, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete.

14:30 Uhr - In Israel beginnt teilweise die Schule wieder

In Israel beginnt nach sechs Wochen der Schulbetrieb teilweise wieder. Viele Eltern lassen ihre Kinder auch auf Anraten von Gemeinden dennoch zu Hause, weil sie der Regierung vorwerfen, den Schulbeginn nicht gut genug vorbereitet zu haben. Dem Bildungsministerium zufolge erschienen etwa 60 Prozent. Die ersten drei Klassen der Grundschule und die letzten beiden Klassen der Highschool dürfen seit Sonntag wieder zum Unterricht. In Israel waren die Infektionszahlen zuletzt rückläufig. Das Land meldete insgesamt über 16.000 Infektionen und 230 Todesfälle.

13:59 Uhr - Belarus will Militärparade trotz Coronavirus nicht absagen

Trotz der Corona-Pandemie will Belarus (Weißrussland) an seiner Militärparade am 9. Mai in Erinnerung an das Kriegsende vor 75 Jahren festhalten. "Wir können die Parade nicht einfach absagen", sagte Präsident Alexander Lukaschenko am Sonntag der Staatsagentur Belta zufolge. "Ich habe lange darüber nachgedacht." Das sei eine emotionale und ideologische Sache. Auch im Krieg seien Menschen an Viren und anderen Krankheiten gestorben. "Sie starben für uns, egal wie schlimm das auch klingt", meinte der Staatschef.

Nach Angaben der Behörden haben sich in der Ex-Sowjetrepublik mehr als 16 700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Bisher seien 99 Patienten gestorben. Sie hätten an chronischen Erkrankungen gelitten. Der autoritär regierende Lukaschenko hatte das Virus bislang als "Psychos" kleingeredet. In dem Land zwischen Russland und Polen wird auch weiter Fußball gespielt, was international für Kritik sorgte.

13:05 Uhr - Entwicklungsminister Müller: Turbo-Kapitalismus muss aufhören

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bezeichnet die Coronakrise als "Weckruf an die Menschheit, mit Natur und Umwelt anders umzugehen". "Der Immer-Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus der letzten 30 Jahren muss aufhören", sagt Müller der Zeitung "Rheinische Post" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Ein Auslöser der Pandemie liegt auch am Raubbau an der Natur, in der Rodung der Regenwälder. Deswegen müssen wir umdenken und können nicht einfach zur Normalität der Globalisierung zurückkehren."

12:35 Uhr - Maas fordert Transparenz von China

Bundesaußenminister Heiko Maas ruft China zu Transparenz in der Coronakrise auf. "Die ganze Welt hat ein Interesse, dass der genaue Ursprung des Virus geklärt wird", sagt der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Fundierte Antworten darauf muss aber die Wissenschaft geben, nicht die Politik. China kann hier unter Beweis stellen, wie transparent es mit dem Virus tatsächlich umgehen will."
Ein Geheimdienstbericht soll gefährliche Verschleierungsmethoden von China jetzt entlarvt haben.

11:15 Uhr - Schleswig-Holstein streicht Größengrenze im Einzelhandel

In Schleswig-Holstein können die Geschäfte vom nächsten Samstag an wieder unabhängig von der Größe ihrer Verkaufsfläche öffnen. Dies bestätigte die Staatskanzlei am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatten die "Lübecker Nachrichten" berichtet.

Angesichts der positiven Entwicklung der Corona-Neuinfektionen sei eine solche Lockerung verantwortbar, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) der Zeitung. Auflagen wie eine maximale Kundenzahl und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung werde es weiterhin geben. Auch das Saarland hat den Grenzwert aufgegeben und schreibt ab Montag pro Kunden mindestens 20 Quadratmeter Ladenfläche vor.

10:45 Uhr - Unbekannte stehlen der Wuppertaler Tafel fast 9000 Atemmasken

Der Wuppertaler Tafel sind 8800 gespendete Atemmasken gestohlen worden. Der Gesichtsschutz sollte vor dem Eingang ausgegeben werden, damit auch Besucher ohne Maske die Räume geschützt betreten und Lebensmittel mitnehmen könnten, berichtete ein Mitarbeiter am Donnerstag. Einbruchspuren hinterließen die Unbekannten bei ihrer Tat nicht. Die Tafel hat eine Belohnung von 1000 Euro für die Wiederbeschaffung ausgesetzt und bei der Polizei Anzeige erstattet. Derzeit würden nur Kunden mit Maske in die Räume gelassen, erklärte die Tafel. Die soziale Einrichtung hat nach eigenen Angaben täglich zwischen 150 und 200 Besucher. 
Ein Unternehmen aus Köln leistete schnelle Hilfe. Der Hersteller individueller Fotoprodukte spendete der Wuppertaler Tafel 10 000 medizinische Atemmasken. "Wir waren entsetzt, als wir diese Nachricht gesehen haben. Oftmals fehlt es an allen Ecken und Enden an Schutzausrüstung, dies macht eine solche Tat gleich doppelt bedauerlich", sagte Philipp Mühlbauer, Geschäftsführer des Unternehmens, bei der Überreichung der Masken.

09:45 Uhr - Erster Gottesdienst im Kölner Dom nach dem Corona-Verbot

30.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Mitarbeiter der Dombauhütte klebt Aufkleber auf Kirchenbänke im Kölner Dom. Die runden Sticker sollen den Platz markieren, auf dem die Gläubigen sich setzen dürfen. In den Kirchen in Nordrhein-Westfalen dürf
Nur markierte Plätze dürfen von den Gläubigen eingenommen werden. Gesungen wird nicht.
© dpa, Federico Gambarini, fg fgj

Im Kölner Dom wird heute um 10 Uhr erstmals seit Einführung der Corona-Beschränkungen wieder ein Gottesdienst mit Besuchern gefeiert. Zugelassen sind 122 Besucher, die sich vorher anmelden müssen. Das Tragen einer Schutzmaske wird während des Gottesdienstes dringend empfohlen. Der Gesang entfällt.

08:36 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land Infizierte Tote
USA 1.228.603 73.431
Spanien 220.325 25.857
Italien 214.457 29.684
Großbritannien 202.359 30.150
Frankreich 174.224 25.812
Deutschland 168.162 7.275
Türkei 131.744 3.584
Weltweit 3.753.112 263.841

* Quelle: Johns Hopkins Universität

08:10 Uhr - Seehofer erteilt Österreichs Reiseplänen eine Absage

Tausende Autos kommen am Sonntag (24.07.2005) auf der A8 zwischen Salzburg und München nur langsam voran. Durch den starken Rückreiseverkehr zahlreicher Urlauber aus Österreich und Italien sind die Autobahnen in Oberbayern streckenweise regelrecht ve
Reisewelle nach Österreich? Horst Seehofer sieht das kritisch.
© dpa, A3483 Matthias Schrader

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat ich gegen eine vorschnelle Wiederaufnahme des Reisebetriebes zwischen Deutschland und Österreich ausgesprochen. "Solange das Virus keinen Urlaub macht, müssen auch wir uns mit unseren Reiseplänen beschränken – so verständlich der Wunsch für die Menschen und die Tourismusbranche auch ist. Der Infektionsschutz gibt da den Zeitplan vor", sagte Seehofer zu "Bild am Sonntag". Ob und wann wieder Urlaub gemacht werden könne, hänge vom Infektionsgeschehen ab. "Niemand will die Bewegungsfreiheit der Bürger länger einschränken als unbedingt nötig. Aber leichtsinnige Öffnungen, die später in Gestalt erhöhter Ansteckungszahlen zurückschlagen, helfen niemandem." Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz hält eine baldige Öffnung der Grenzen zu Deutschland für möglich. Sein Land hofft auf deutsche Touristen spätestens in den Sommerferien.

Auch Außenminister Heiko Maas bekräftigt seine Warnung vor einer voreiligen Wiederaufnahme des Reiseverkehrs. "Wenn Leute nicht nur wieder ins Ausland fliegen können, sondern auch mit hinreichender Sicherheit zurückkommen, dann können wir die Reisewarnung schrittweise zurückfahren", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Es darf dabei aber keine Schnellschüsse geben. Wir können und werden im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen." Maas stellte aber in Aussicht, die Reisewarnung für einige Länder schneller zurückzunehmen als für andere. 
Was bedeutet die Reisewarnung für meinen gebuchten Urlaub? Hier finden Sie alle wichtigen Infos. 

Alle Meldungen vom 2. Mai 2020

+++ Hier können Sie alle wichtigen Meldungen und Entwicklungen vom 2. Mai nachlesen +++