Chronisch kranke Menschen können ihre Leiden künftig unter Umständen als Behinderung anerkennen lassen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Mit dem heute veröffentlichten Urteil könnten beispielsweise Beschäftigte mit Multipler Sklerose oder schmerzhaftem Rückenleiden Anspruch auf kürzere Arbeitszeiten und weiteren Schutz geltend machen. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Lüders, bezeichnete als Fingerzeig für den Gesetzgeber. Menschen mit chronischen Krankheiten würden hierzulande vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz bislang noch nicht geschützt. Dagegen zähle etwa England in seinem Gesetz ausdrücklich HIV, Multiple Sklerose und Krebs auf.