Christmette: Mainzer Weihbischof stellt Frieden ins Zentrum

25. Dezember 2019 - 9:40 Uhr

Der Mainzer Weihbischof Udo Markus Bentz hat den Frieden und die Friedensfähigkeit eines jeden Einzelnen in den Mittelpunkt seiner Weihnachtspredigt im Mainzer Dom gestellt. Von den Menschen ausgehend müsse sich der Frieden in das Miteinander der Gesellschaft bis in die internationale Völkergemeinschaft ausbreiten, sagte er in der Christmette am Dienstag im Mainzer Dom laut vorab verbreitetem Redemanuskript. Dazu müsse der Staat die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen: "Wir wissen heute mehr denn je, dass die Friedensfähigkeit eines Staates nach außen - mit anderen Völkern - abhängig ist von dessen Fähigkeit, Frieden nach innen - in der eigenen Gesellschaft - möglich zu machen."

Derzeit sei hautnah zu erleben, wie labil dieser Frieden sein könne "durch die Verantwortungslosigkeit schon einiger Weniger". Angst und Egoismus könnten zu Unfrieden führen: "Die Angst, zu kurz zu kommen, die Angst, nicht genug zu haben, die Angst, zu wenig wahrgenommen zu werden." Frieden sei nur möglich, wenn jeder Einzelne innerlich zu Frieden bereit und fähig sei.

Ein Wandel zum Guten in der Welt kann nach Worten des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, von jedem Menschen mitgetragen werden. Das sei möglich als Versöhner in der Familie, als Verteidiger der Menschenwürde gegen Hassparolen oder auch als bewusster Verbraucher, der die Ressourcen der Erde schone, teilte Schad in Speyer mit.

Die Träume von Frieden und Gerechtigkeit sowie die Hoffnungen mit Blick auf persönliche Herausforderungen bildeten den Anfang von Weihnachten, erklärte Schad. Die Geburt von Jesu zeige, dass Gott einen Menschen geschickt habe, der "unser Licht in unserem Schmerz und in unserer Einsamkeit wurde". Christen gebe dieses Licht die Hoffnung, dass alles gut werde und einen Sinne erhalte.

Quelle: DPA